Österreichische Pensionskassen: "Abfertigung neu" - eine vertane Chance?

Wien (OTS) - "Abfertigung neu - ein vertane Chance ?" dies war der Titel einer Pressekonferenz des Fachverbandes der Pensionskassen, die heute früh (25.4.02), in der Wirtschaftskammer Österreich in Wien stattfand. Der Fachverband legte sein Positionspapier vor und bekräftigte seine Forderungen.

Die österreichischen Pensionskassen begrüßen das Konzept "Abfertigung neu" als eine sinnvolle Stärkung der zweiten Säule der Altersvorsorge. Die bisherige Gesetzesvorlage wird diesem Anspruch noch nicht gerecht. Nur wenn man die "Abfertigung neu" dezidiert als eine zusätzliche Stärkung zur Sicherung des Lebensstandards nach dem Berufsleben sieht, hat man für die arbeitenden Menschen in diesem Land wirklich etwas getan. Setzt man die "Abfertigung neu" so um, wie es derzeit vorgesehen ist, wäre aus Sicht der österreichischen Pensionskassen die Gefahr gegeben, dass diese wohl einmalige Chance vertan wird.

Die wichtigsten Forderungen im einzelnen:

Um die "Abfertigung neu" zu einer wirklichen Stärkung der zweiten Säule der Altersvorsorge zu machen, muss es eine Kombinationsmöglichkeit mit bereits bestehenden Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge geben. Eine "Lösung aus einer Hand" -im übrigen auch der Wunsch vieler Arbeitgeber und Arbeitnehmer - ist eine Forderung der Pensionskassen.

Dass die zukünftige Organisation der "Abfertigung neu" über eigens zu schaffende "Mitarbeitervorsorgekassen", abgewickelt werden sollen, baute eine neue bürokratische Struktur mit einem enormen Verwaltungsaufwand auf, was ebenfalls aus Sicht der betroffenen Arbeitnehmer und der Wirtschaft mit vielen Nachteilen verbunden ist. Wesentlich effizienter und somit kostengünstiger ist es, eine Gesamt-Lösungen für die "Abfertigung neu" im Rahmen bestehender Pensionsvorsorge-Einrichtungen anzubieten. "Mitarbeitervorsorgekassen" sollten als spezielle Vorsorge-Risiko-Gemeinschaften von den Pensionskassen direkt geführt werden können. Das hätte drei konkrete Vorteile: ein stärkeres Mitspracherecht der Betroffenen auf Grund der bestehenden, arbeitnehmerfreundlichen Pensionskassen-Regelungen, wirtschaftliche Synergien und geringere Bürokratie. Wie umständlich und damit ineffizient die Umsetzung der "Abfertigung neu" in der Praxis auszufallen droht, zeigt das Beispiel einer betrieblichen Pensionskassen anschaulich. Welchen Sinn hat es, wenn ein großer Konzern, der zur betrieblichen Vorsorge für mehrere tausend Mitarbeiter bereits eine eigene Pensionskasse führt, dann für die "Abfertigung" derselben Mitarbeiter in Zukunft noch eine weitere, eigene Gesellschaft einrichten muss? Die Kosten dieser Doublette müssen sich zwangsläufig nachteilig auf das Ergebnis auswirken.

Damit die "Abfertigung neu" im Interesse der Arbeitnehmer einen Beitrag zum Schließen einer drohenden Pensionslücke leisten und dadurch zu einem vollwertigen Angebot der betrieblichen Altersvorsorge ausgebaut werden kann, muss es die Möglichkeit geben, beim Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben die Ansprüche aus dem Titel "Abfertigung neu" in eine bereits bestehende Pensionskassenlösung zu übertragen.

"Die österreichischen Pensionskassen appellieren an die Bundesregierung und an die Sozialpartner, die "Abfertigung Neu" konsequent als Chance zur Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge in Österreich zu nutzen und die aufgezeigten Schwächen des vorliegenden Entwurfes zugunsten eines zukunftsfähigeren, unbürokratischeren Modells auszuräumen", so Karl Timmel, Mitglied des Fachverbandsausschusses der Pensionskassen.

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