"Forschungs- und Entwicklungswerkstatt" von ÖBB Rail Cargo Austria

Präsentation der fünf jüngsten Forschungsprojekte

Die "Forschungs- und Entwicklungswerkstatt" von Rail Cargo Austria widmet sich praxisnahen Forschungsprojekten, die mit Partnern aus der Wirtschaft umgesetzt werden, um die Konkurrenzfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene zu erhöhen. Im "Tech Gate Vienna" werden gemeinsam mit den Partnern ABC Consulting, Intermodal Corridor Network, Künz, Palfinger und via donau, geladenen Vertretern von Behörden, Medien und Wirtschaft die jüngsten Forschungsergebnisse präsentiert.****

Mobiler - Güterumschlag mit Zukunft
Das erste heuer vorgestellte Projekt widmet sich dem Mobiler, dessen Pilot-Anwendung im Vorjahr besondere Aufmerksamkeit erweckt hat. Inzwischen wurde mit den Partnern Palfinger und Brauerei Stiegl der erfolgreiche Abschluss des Pilotprojektes bekannt gegeben. Seither wird der Mobiler nicht nur in der Getränkelogistik, sondern auch beim Transport von Formaldehyd bzw. Leim regulär eingesetzt. Durch den bequemen Umschlag von Containern und Wechselaufbauten zwischen LKWs und Waggons bietet der Mobiler technisch und wirtschaftlich die Voraussetzung, mehr Güter auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern, ohne die Vorteile der schnellen und flexiblen LKW-Zustellung vor Ort zu verlieren.

Innovativer Umschlagsterminal
Das für den kombinierten Verkehr entwickelte "Innovative Umschlagsterminal" (IUT) wird nach der erfolgreichen technischen Evaluierung nun im Rahmen des EU-Förderprojektes "Interoperable Intermodal Horizontal Transshipment" (IN.HO.TRA) fortgeführt. Das IUT senkt bei aufrechter Kompatibilität zu bestehenden Umschlagsystemen den Flächenbedarf und erhöht zudem die Leistungsfähigkeit durch parallel stattfindende Arbeitsabläufe. Umsetzen, Positionieren, Lagern und Puffern erfolgen getrennt, was die Dynamik deutlich erhöht, die Gesamtkosten deutlich senkt und in der Simulation den effizienten Umschlag eines Güterzuges in rund 30 Minuten ermöglicht.

Lückenlose Achsenüberwachung
Unter dem Projekttitel "Transport Quality Monitoring" (TQM) entwickelt Rail Cargo Austria gemeinsam mit Partnern eine Qualitätsüberwachung der internationalen Schienenhauptachsen. Das Projekt verbindet die Möglichkeiten der GPS-, SMS- und Sensor-Technologie, um die Transportqualität entlang der gesamten Wegstrecke transparent zu machen.

Durch spezielle Sensoren sammelt das Projekt vor allem auf den wichtigen südosteuropäischen Transportrouten kontinuierlich Informationen über die Qualität der Schieneninfrastruktur und der operativen Abläufe. Außer der aktuellen Position werden während der gesamten Transportdauer in definierten Intervallen ausgewählte Transportdaten (Beladezustand, Erschütterungen, Luftfeuchtigkeit, Neigung, Temperatur, Transportgeschwindigkeit etc.) übermittelt, die über die jeweiligen Transportbedingungen Aufschluss geben.

Automatische Vermessung und Identifikation von Ladeeinheiten
Vor dem Hintergrund der Aufkommenssteigerung beim kombinierten Verkehr und des steigenden Kostendrucks soll die "Automatische Identifikation von Ladeeinheiten und Waggons im Schienenverkehr" (AILWS) die zeitaufwändige, teure und ungenaue manuelle Vermessung durch ein modernes Dokumentations- und Messsystem ersetzen. Ziel ist es, Ladeeinheiten vollautomatisch zu identifizieren, die Erfassungsqualität zu erhöhen und die Disposition in den Terminals zu automatisieren.

Im Forschungsmittelpunkt stehen neben der Laservermessung zur Überprüfung von Lichtraumprofilen die automatische Identifikation und Verarbeitung der Kennzeichen und Nummern von Ladeeinheiten durch Videoaufzeichnung und -dokumentation. Entsprechende Software digitalisiert die Bilder, worauf die automatisch ermittelten Daten in das Terminal-EDV-System übertragen und dem Transport zugeordnet werden.

Digitale Entgleisungssensoren für Triebfahrzeuge
Das Projekt "Digitale Entgleisungssensoren Triebfahrzeuge" (DEST) ist eine gemeinsame Initiative der ÖBB-Geschäftsbereiche Güterverkehr und Traktion. Bei diesem Projekt sollen spezifische Entgleisungssensoren entwickelt werden, die, an der Lokomotive montiert, jene charakteristischen Schwingungen identifizieren, die bei Entgleisungen auftreten. Absicht ist die Entwicklung eines waggonunabhängigen, an Lokomotiven montierten, zuverlässigen Frühwarnsystems, das durch intelligente Sensorik im rund 600 Meter langen Zugverband frühzeitig entgleiste Waggons erkennt.

Rückfragen & Kontakt:

ÖBB-Pressestelle
Tel.: +43 (1) 93000 - 32233
Fax: +43 (1) 93000 - 25009
E-Mail: pressestelle@kom.oebb.at

Rückfragehinweis:

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBB/NBB