Pensionskassen: "Abfertigung neu" soll Chance zum Aufbau der 2. Säule nutzen

Österreichs Pensionskassen erzielten mit -1,6 % im bewegten Jahr 2001 beachtliches Ergebnis

Wien (PWK293) - Das Konzept "Abfertigung neu" wird von den österreichischen Pensionskassen grundsätzlich als eine sinnvolle Stärkung der zweiten Säule der Altersvorsorge begrüßt, wenn auch die bisherige Gesetzesvorlage noch nicht diesem Anspruch gerecht wird. "Nur wenn man die 'Abfertigung neu' dezidiert als eine zusätzliche Stärkung zur Sicherung des Lebensstandards nach dem Berufsleben sieht, hat man für die arbeitenden Menschen in diesem Land wirklich etwas getan", zeigte sich Karl Timmel, Mitglied des Fachverbandsausschusses der Pensionskassen heute, Donnerstag, vor Journalisten in der Wirtschaftskammer Österreich überzeugt. Setze man die 'Abfertigung neu' so um, wie es derzeit vorgesehen ist, wäre aus Sicht der österreichischen Pensionskassen die Gefahr gegeben, dass diese wohl einmalige Chance vertan würde. "Anstelle eines geschätzten Potenzials von rund 10 % des Letztgehaltes als Betriebspension durch die 'Abfertigung neu' auszunützen, würden gemäß der derzeitigen Gesetzesvorlage aufgrund wahrscheinlicher Entnahmen durch die Arbeitnehmer letztendlich nur sehr geringe Mittel für die Pensionsvorsorge überbleiben", rechnete Timmel.

Die österreichischen Pensionskassen haben daher Vorschläge zum "Abfertigungs neu"-Konzept erarbeitet, die sicherstellen, dass die "Abfertigung neu" zu einer wirklichen Stärkung der zweiten Säule der Altersvorsorge gemacht wird. "Wichtig ist es, eine Kombinationsmöglichkeit mit bereits bestehenden Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge vorzusehen", meinte Timmel. "Eine Lösung aus einer Hand ist auch der Wunsch vieler Arbeitgeber und -nehmer."

Wesentlich effizienter und somit kostengünstiger als eigens zu schaffende "Mitarbeitervorsorgekassen" sei es, eine Gesamtlösung für die "Abfertigung neu" im Rahmen bestehender Pensionsvorsorge-Einrichtungen anzubieten, so Timmel. "Mitarbeitervorsorgekassen sollten als spezielle Vorsorge-Risiko-Gemeinschaften (VRG) von den Pensionskassen direkt geführt werden können. Das hätte die konkreten Vorteile eines stärkeren Mitspracherechts der Betroffenen aufgrund der bestehenden Pensionskassen-Regelungen, wirtschaftlicher Synergien und geringerer Bürokratie", erklärte Timmel. Ebenso müsse die Möglichkeit eingeräumt werden, beim Ausscheiden aus dem Berufsleben die Ansprüche aus dem Titel "Abfertigung neu" in eine bereits bestehende Pensionskassenlösung übertragen zu können.

Fritz Janda, Geschäftsführer des Fachverbandes der Pensionskassen, betonte die positive Entwicklung der Pensionskassen in Österreich und berichtete, dass "die 12 betrieblichen und 7 überbetrieblichen Pensionskassen mit ihren 107 VRG trotz schwieriger unvorhersehbarer globaler weltwirtschaftlicher Entwicklungen im letzten Jahr insgesamt ein mehr als herzeigbares Ergebnis erzielt haben." Ungeachtet der Ergebnisses von -1,6 % konnten die Pensionskassen Österreichs seit ihrer Gründung über die gesamte Laufzeit eine durchschnittliche Rendite von 8,1 % erzielen.

Es gebt eine ungebrochene Attraktivität von Pensionskassen-Lösungen, freute sich Janda und belegte dies mit statistischen Daten: "Fast 8.500 österreichische Unternehmen, knapp 320.000 Anwartschafts- und Leistungsberechtigte setzen bei ihrer zukünftigen Altersvorsorge auf Österreichs Pensionskassen. Die Tendenz ist mit plus 11% allein im letzten Jahr stark steigend." Mit 236 Mio Euro jährlicher Pensionsleistung sind Österreichs Pensionskassen der mittlerweile größte private Pensionsauszahler in diesem Land. (Ne)

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