Die Wiener Festwochen im ORF: Beethoven-Zyklus live auf Ö1, Eröffnung live in ORF 2

Wien (OTS) - Der ORF widmet den Wiener Festwochen einen Programmschwerpunkt. Auf dem Programm von Österreich 1 stehen ab 1. Mai 23 Übertragungen. Das absolute Highlight dabei ist die erstmalige Live-Übertragung aller neun Beethoven-Symphonien innerhalb von zwölf Tagen. Es spielen die Wiener Philharmonikern unter Sir Simon Rattle im Großen Musikvereinssaal in Wien. Das detaillierte Programm ist im Internet unter http://oe1.orf.at abrufbar. Im Fernsehen beginnt der Festwochenschwerpunkt am 10. Mai. ORF 2 überträgt die Eröffnung ab 21.20 Uhr live vom Wiener Rathausplatz. Das Thema des Abends lautet "Vom Winde verweht ...?", für den musikalischen Rahmen sorgt das Radio Symphonieorchester Wien unter Julius Rudel.****

Österreich 1 überträgt erstmals innerhalb von zwölf Tagen - von 1. bis 12. Mai - die neun Beethoven-Symphonien live und bietet damit allen, die für dieses Musik-Erlebnis keine Karten mehr bekommen haben, die Möglichkeit, das Festwochen-Highlight live via Radio mitzuerleben. Unter der Leitung von Sir Simon Rattle spielen die Wiener Philharmoniker im Wiener Musikverein den Zyklus in fünf Etappen. "Als Dirigent habe ich mich erst spät Beethoven zugewandt, weil ich erkannte, wie ungeheuer schwer das ist", sagt Sir Simon Rattle in einem Interview für die Monatszeitschrift der Gesellschaft der Musikfreunde. Es handle sich dabei um eine Expedition mit erhöhtem Risiko, aber "Sicherheit" könne es gerade bei Beethoven ohnehin nicht geben. Nach der umjubelten Gesamtaufführung der Beethoven-Klavierkonzerte mit Alfred Brendel in Wien und bei den Salzburger Festspielen 2001 sind es also nun die Symphonien, die für Gesprächsstoff unter Österreichs Melomanen sorgen, und die - so scheint es - das Musikprogramm der Festwochen 2002 dominieren werden. Mehrmals hätte er diesen Zyklus verkaufen können, erklärte Thomas Angyan, Generalsekretär der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, der Ansturm auf die Eintrittskarten sei gewaltig gewesen. Eine ähnliche Situation habe er vor etwas mehr als einem Jahr erlebt:
Damals waren es die "Berliner", der Dirigent hieß Claudio Abbado und auf dem Programm der Gesellschaftskonzerte standen ebenfalls sämtliche Symphonien Ludwig van Beethovens.

Das Programm im Detail:
1. Mai, 11.03 Uhr, Ö1: 1. und 3. Symphonie
5. Mai, 11.03 Uhr, Ö1: 2. und 5. Symphonie
7. Mai, 19.30 Uhr, Ö1: 6. und 8. Symphonie
9. Mai, 11.03 Uhr, Ö1: 4. und 7. Symphonie
12. Mai, 11.03 Uhr, Ö1: 9. Symphonie

Zwt.: Weitere Festwochen-Highlights in Ö1

Unmittelbar nach Abschluss des Beethoven-Zyklus hat die Gesellschaft der Musikfreunde am 13. Mai ein Konzert mit geradezu symbolischer Bedeutung geplant: Claudio Abbado verabschiedet sich nach mehr als zwölf erfolgreichen Jahren als Chefdirigent von "seinem" Orchester - den Berliner Philharmonikern. Im Anschluss an das Konzert (Gustav Mahler: 7. Symphonie) wird Sir Simon Rattle, der kommende Chef des Orchesters, auf offener Bühne den Dirigentenstab der Berliner übernehmen. Dass Claudio Abbado für diesen Anlass Wien und den Goldenen Saal gewählt hat, ist sicher kein Zufall: Hier - in Wien - hat Abbado in der legendären Dirigentenklasse Hans Swarowskys studiert, als angehender Musiker seine entscheidenden Konzert- und Opernerlebnisse gehabt und schließlich auch die großen Wiener Orchester selbst dirigiert. Abbado war von 1986 bis 1991 Musikdirektor der Wiener Staatsoper, hat gemeinsam mit Hans Landesmann das Gustav Mahler Jugendorchester ins Leben gerufen und 1988 das Festival "Wien Modern" gegründet. Österreich 1 wird dieses Konzert am Pfingstsonntag, den 19. Mai um 19.30 Uhr senden.

Ein Konzert der ganz besonderen Art verspricht das Gastspiel des Pariser Ensembles "Les Arts Florissants" zu werden. William Christie, ein "Amerikaner in Paris" hat vor mehr als 20 Jahren dieses Spezialensemble für Alte Musik gegründet und präsentiert nun - ebenfalls im Musikverein - ein Programm mit Sängern und Tänzern, Instrumentalisten und Komödianten: ein Fest wie am Hof des Sonnenkönigs von Versailles mit Musik von Jean-Baptiste Lully. Der Mitschnitt dieses Abends ist in Ö1 am Donnerstag, den 23. Mai ab 10.05 Uhr zu hören.

Ein Pflichttermin für alle Musikfreunde sind die viel zu seltenen Auftritte Alfred Brendels. Am 11. Juni ist es wieder einmal so weit:
Brendel gibt einen Klavierabend mit Sonaten von W. A. Mozart und Franz Schubert sowie den vier Balladen, op. 10 von Johannes Brahms. Österreich 1 sendet diesen Klavierabend am Sonntag, den 14. Juli im Rahmen der "Matinee" um 11.03 Uhr.

Zwt.: Wiener Festwochen in ORF 2

Freitag, 10. Mai, 21.20 Uhr, ORF 2
Live vom Wiener Rathausplatz - Eröffnung der Wiener Festwochen 2002 "Vom Winde verweht ...?" Komponisten in Hollywood-Emigration
Ein Reigen weltbekannter Hollywood-Streifen ist heuer in Ausschnitten bei der Eröffnung der Wiener Festwochen zu sehen. Szenen aus "Casablanca"‚ "Vom Winde verweht" und "Exodus" werden gezeigt, und die Soundtracks, etwa Max Steiners "Tara's Theme" aus dem bekannten Film "Vom Winde verweht", spielt das Radio Symphonieorchester Wien unter Julius Rudel. Das Motto "Vom Winde verweht ...?" erinnert an die Musiker, die Österreich und Deutschland vor der NS-Verfolgung verlassen mussten und in den Vereinigten Staaten eine zweite Karriere begannen: Max Steiner, Kurt Weill, Walter Jurmann, Erich Wolfgang Korngold, Ernest Gold und Friedrich Hollaender. Mit dabei sind Publikumslieblinge wie Nancy Wilson, Max Raabe und Bryan Ferry, es moderiert Gerhard Bronner. Inszenierung: Attila Lang, Bildregie: Anton Reitzenstein

Sonntag, 26. Mai, 23.30 Uhr, ORF 2
"Eintritt frei" bei den Wiener Festwochen
"Die Bakchen" und "Drei Schwestern"
Haide Tenner stellt in ihrer ersten "Eintritt frei"-Sendung zu den Wiener Festwochen zwei wichtige Werke des zeitgenössischen Musiktheaters vor, deren Stoffe aus dem Sprechdrama gut bekannt sind: aus dem MuseumsQuartier die Oper "Die Bakchen" der Komponisten Nouri Iskandar, Paul Koek, Ton van der Meer und Johan van der Kreij, und aus dem Theater an der Wien "Drei Schwestern", die erste abendfüllende Oper des Dirigenten und Komponisten Peter Eötvös. Beide Werke gehen auf Literaturvorlagen zurück: auf Euripides und auf Anton Tschechow.

Sonntag, 2. Juni, 23.15 Uhr, ORF 2
"Eintritt frei" bei den Wiener Festwochen
"The Turn of the Screw", "Anatol" und "Auf dem Land"
Haide Tenner stellt jene Festwochenproduktionen vor, bei denen Luc Bondy selbst Regie führt. Im Ronacher inszeniert er Benjamin Brittens "The Turn of the Screw" nach einer Novelle von Henry James. Die dramatische englische Geistergeschichte in der Interpretation des Mahler Chamber Orchestra unter Daniel Harding mache "das Wunder vom Gesamtkunstwerk" zur Bühnenwirklichkeit, lobte der "Tagesspiegel" im Vorjahr. Eine Koproduktion der Festwochen mit dem Festival d'Aix-en-Provence. Außerdem zeigt die Sendung zwei von Bondys Theaterarbeiten, die vor allem durch die feine Zeichnung ihrer Charaktere bestechen: Im Akademietheater läuft die Neuinszenierung von Arthur Schnitzlers Dauerbrenner "Anatol" an, eine Koproduktion der Festwochen mit dem Burgtheater. Und im Museumsquartier ist als Gastspiel des Schauspielhauses Zürich und des Berliner Ensemble das Theaterstück "Auf dem Land" von Martin Crimp zu sehen, einem der wichtigsten zeitgenössischen Dramatiker.

Sonntag, 16. Juni, 23.45 Uhr, ORF 2
Von den Wiener Festwochen 2002: To have done with the Judgement of God
Die Wiener Festwochen zieren ihr heuriges Programm mit einem der markantesten Stücke des französischen Surrealismus: "To have done with the Judgement of God" schrieb Antonin Artaud, eine der vielschichtigsten Figuren und ein "enfant terrible" der Zwanziger Jahre, nach mehrjährigem Aufenthalt in einer Nervenanstalt. Die amerikanische Regielegende Peter Sellars bringt das Stück in einer Koproduktion der Wiener Festwochen mit dem ORF im Casino Schwarzenberg heraus.(ih)

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