FP-Marchat: Pröll läßt 200.000 NÖ Atomgegner im Stich!

Täglich fließt mehr EVN-Atomstrom in Niederösterreichs Haushalte

St. Pölten (OTS) - Als "Riesenskandal" und "deftige Ohrfeige ins Gesicht" all derjenigen, die berechtigte Angst vor der Atomkraft hätten, wertete heute der freiheitliche Landesparteisekretär LAbg. Franz Marchat die Reaktion von ÖVP und SPÖ auf den freiheitlichen Dringlichkeitsantrag auf "Rückzug der EVN aus der Atomenergie. "Weder ÖVP noch SPÖ sehen hier eine Dringlichkeit, obwohl täglich mehr EVN-Atomstrom in die niederösterreichischen Haushalte fließt!", kritisiert der FP-Politiker. "Beide Parteien verdienen sich somit spätestens ab heute die Bezeichnung ‚Handlanger der Atomlobby'!" ****

Nachdem diesem Antrag die Dringlichkeit von der "atomaren Landhauskoalition" nicht zuerkannt worden wäre, würden die Freiheitlichen diesen Antrag, der den Verzicht der EVN auf weiteren Import von Atomstrom zum Inhalt haben wird, in Form eines "geschäftsmäßigen Antrages" einbringen, der in einer der nächsten Sitzungen behandelt werden müsse, so der freiheitliche Landesparteisekretär. Der FP-Politiker beruft sich dabei auf einen Bericht der Tageszeitung "Die Presse" vom 19. April, die darauf verweist, daß das niederösterreichische Energieunternehmen 6,86 Prozent der Schweizer ATEL, einem der größten Stromhändler Europas, halte. Marchat: "Das Schlimme daran ist, daß die ATEL zumindest an einem Atomkraftwerk beteiligt ist, die in letzter Zeit wegen eklatanter Sicherheitsmängel mehrfach in die Schlagzeilen geraten ist!" Die EVN müsse daher aus der ATEL aussteigen, fordert Marchat.

In Niederösterreich hätten rund 200.000 Menschen das Volksbegehren gegen Temelin unterschrieben und damit der politische Forderung nach einem Ausstieg aus der Atomkraft nachhaltig Ausdruck verliehen, betonte der FP-Sprecher. Aber auch der Landtag von Niederösterreich habe in mehreren Resolutionen und Anträgen an Landes- bzw. Bundesregierung die Schließung des AKW Temelin gefordert. "Dieser Dringlichkeitsantrag ist daher die logische Konsequenz der allgemeinen Anti-Atompolitik des Landes!", stellte Marchat fest. Die Glaubwürdigkeit dieser Politik dürfe nicht durch ein Energieunternehmen, das sich noch dazu zu 51 Prozent im Eigentum des Landes Niederösterreich befinde, erschüttert werden, kritisierte der freiheitliche Mandatar. "Heute hätte Landeshauptmann Pröll als Mehrheitseigentümer der EVN beweisen können, wie wichtig ihm die Sorgen der Menschen in Niederösterreich wirklich sind, so Marchat, jetzt muß er sich allerdings den Vorwurf eines ‚politischen Falschspielers mit etwas zu vielen Assen in seinem Ärmel' gefallen lassen, der seltsamerweise in der heutigen "Kronen Zeitung" "keinen Pakt mit Atomriesen" fordert. "Das einzige, was bei Pröll wirklich funktioniert ist seine Propagandamaschine, daß aber langsam aber dafür umso sicherer seine Glaubwürdigkeit und die seiner ÖVP extrem strapaziert wird, scheint ihn dabei keinesfalls zu stören!", schloß Marchat.

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