Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Zauberwort Abgrenzung

Ausgabe vom 25. April 2002

Klagenfurt (OTS) - "Man kennt sich nicht mehr aus, welche Ziele welche Partei tatsächlich verfolgt." Sprich: Einheitsbrei. In der Politik ein tödliches Gift. Nachzulesen in der hochaktuellen Studie der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft: die Wählerschaft wird vergrault, wenn die klare Orientierung fehlt - und man sich nicht mehr auskennt, weil eine Partei der anderen gleicht. Ihr gleicht in Zielen, in Idealen, in Versprechungen, in Botschaften, in Zukunftsvisionen, in Sprache, Stil - und überhaupt...

Peter Westenthaler, der wendige Klubchef der FPÖ, war besagter Studie wohl hurtig voraus: Seit Monaten schon trommelt er den Bruch zur brüderlich-schwesterlichen Koalitionsmaid ÖVP. Er will die klare blaue Handschrift sehen - und kein verschwommenes Irgendetwas aus Blau, Schwarz und sonst noch was.

Die FPÖ geht da aufs Ganze: Sie setzt dort ihre Hebel an, wo sie bar jedes menschlichen Anstandes ihre einstigen Dauerbrenner zu neuem Leben erweckt: Ausländer, die schlummernde Gefahr, die große Chance! Eine Chance, die es erlaubt, auf der Klaviatur der Emotionen zu spielen wie virtuos der Pianist im Orchestergraben.

Thema eins für die Wahlschlacht ist gerettet: frisch, saftig -echt FPÖ. Dass der Abgrenzungs-Themen weitere folgen werden, steht ebenso fest, wie der Kampf um erkämpfte Errungenschaften:
Vaterschaftsstreit nennt man das. Und der dient mitunter auch der Abgrenzung...

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