Hauptverband drängt auf rasche Umsetzung einer gemeinsamen EDV-Lösung

Wien (OTS) - Die der steirischen Gebietskrankenkasse durch ein unabhängiges Gutachten bescheinigten Defizite im Bereich des Projektmanagements machen deutlich, wie notwendig eine rasche Umsetzung des jüngst beschlossenen SV-Data-Gesamtkonzeptes ist. Dies erklärte der Sprecher der Geschäftsführung im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Josef Kandlhofer, anlässlich der jüngst präsentierten externen Situationsanalyse des MVB-Projektes der steirischen Gebietskrankenkasse. Diese im Auftrag des Hauptverbandes durchgeführte Expertise der Firma Unisys habe ergeben, dass bis zur Fertigstellung des von der steirischen Gebietskrankenkasse entwickelten MVB-Projektes weitere 843 Personenmonate und 10 Millionen Euro investiert werden müssten.

Ein im Hauptverband tagender Projekt-Lenkungsausschuss berät die weitere Vorgangsweise, nachdem die seitens Unisys bezifferten voraussichtlichen Gesamtkosten in Höhe von 22,1 Millionen Euro (umgerechnet 304 Millionen Schilling) die ursprünglich veranschlagten Projektkosten deutlich überschreiten würden.

Unabhängig vom Ausgang der Empfehlung des Projekt-Lenkungsausschusses an die Geschäftsführung des Hauptverbandes, drängt Kandlhofer aber auf die Klärung der Verantwortung: "Die steirische Gebietskrankenkasse hat dem Hauptverband noch Ende November 2001 in einem Schreiben mitgeteilt, dass die Entwicklung des MVB-Projektes mit Ende Dezember 2001 abgeschlossen sein wird und den für die Fertigstellung anfallenden Aufwand mit 95 Personenmonaten veranschlagt. Vier Monate später hat die Expertise von Unisys für die Fertigstellung des Projekts schliesslich einen Aufwand von 843 Personenmonaten ergeben."

Diese offensichtlichen Defizite in der Abwicklung von EDV-Projekten lassen den Hauptverbandsgeschäftsführer auf eine rasche Umsetzung des SV-Data-Gesamtkonzeptes drängen, welches der Hauptverband Mitte April dieses Jahres beschlossen hat. Dieses beinhaltet im wesentlichen die Schaffung eines zentralen Rechenzentrums für den Betrieb von Standardprodukten sowie eine zentrale Datenspeicherung aller Sozialversicherungsdaten.

In weiterer Folge soll bis November heurigen Jahres eine gemeinsame EDV-Gesellschaft gegründet werden, an der sich schrittweise alle Sozialversicherungsträger beteiligen können. Die einzelnen Sozialversicherungsträger haben damit die Möglichkeit, so Kandlhofer, im Bereich der dezentralen Softwareentwicklung als Dienstleister aufzutreten und stehen somit in Konkurrenz zu anderen SV-Trägern oder privaten IT-Anbietern.

Kandlhofer: "Wir erwarten uns mit diesem Schritt, dass solche wie derzeit bei der steirischen Gebietskrankenkasse aufgetretenen Defizite in der Projektabwicklung künftig nicht mehr passieren und damit die EDV-Kosten auch deutlich gesenkt werden können."

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