Choroffensive für das "Singende" Kärnten

Land Kärnten setzt weiter auf Schwerpunkt Volkskultur - LH Haider stellte Prof. Zlanabitnig als neuen Koordinator für Musikerziehung vor - Motto: Jeder Schule ihren Chor

Klagenfurt (LPD) - Kärnten ist über seine Grenzen hinaus bekannt und geschätzt als Land der Lieder und Chöre. Dementsprechend sollte diese Kärntner Eigenart auch weiter tradiert und ausgebaut sowie die Qualität und Begeisterung dafür dauerhaft gesichert werden, meint Kulturreferent Landeshauptmann Jörg Haider. Darum wurde mit der Chorakademie Kärnten seitens des Landes ein zukunftsweisendes Konzept der Aus- und Weiterbildung für Leiter von Amateur- und Schulchören, Lehrer und Sänger ins Leben gerufen. Zudem wurde eine Initiative gestartet mit dem Ziel: Jeder Schule ihren Chor!

Für diese Aufgabe wurde der Leiter des Carinthia Chors Millstatt, Prof. Bernhard Zlanabitnig, vom Schul- und Kulturreferenten zum neuen Koordinator für Musikerziehung in den Kärntner Pflichtschulen bestellt. Eine Erhebung besagt, dass an nur noch 48 Prozent aller Kärntner Schulen der Chorgesang gepflegt wird. Haider: "Diese Zahlen geben Anlass zur Sorge." Es müsse dem Singen und Musizieren wieder mehr Wertigkeit zukommen, zur Persönlichkeitsbildung und um das Attribut "Singendes Kärnten" zu rechtfertigen. Und auch insgesamt setzt das Land Kärnten in einer Größenordnung von 18,17 Mio. Euro weiter auf den Schwerpunkt Volkskultur - inklusive Landeskonservatorium und Musikschulwerk. Für die zukünftige Weiterentwicklung dieser beiden Einrichtungen liegt die organisatorische Trennung als Regierungsvorlage im Kärntner Landtag, reklamierte Haider Handlungsbedarf für das Landesparlament.

Als Projektvorschau präsentierte Zlanabitnig die ersten Kärntner Sing- und Sporttage für Jugendliche Anfang September in Kap Wörth. Weiters will der freigestellte Lehrer Liederblätter für Volks- und Hauptschulen sowie für die AHS Unterstufe als Unterrichtshilfe auflegen. Mit Hilfe von Multiplikatoren soll Singen wieder fixer Bestandteil des Schullebens bzw. des Unterrichts werden. Die Musik-Koryphäe wurde übrigens vergangenen Sommer per Dekret des Bundespräsidenten zum Professor erhoben.

Vorgestellt wurden heute auch die Sponsoren für die Chorakademie Kärnten, die im Schloss Ferlach ihre Heimat gefunden hat. Während der Vorstandsdirektor der Raiffeisenbank, Dir. Klaus Pekarek, die innovative Idee der Finanzierung durch private und öffentliche Mittel hervorhob, betonte Hans Joachim Jung, Kelag-Vorstandsdirekor, den großen Kundenkreis, der "gesanglich" erreicht werde. Immerhin gibt es in Kärnten rund 750 Chöre mit 25.000 Sängerinnen und Sängern die durchschnittlich 500.000 Zuhörer ansprechen.

Der Grundstein für die innovative Talenteschmiede sei mit der Abstimmungsspende gelegt worden. Und weil es sich hier um eine Stadt aus dem Abstimmungsgebiet handle, das Rosental zugleich eine starke musikalische Tradition aufweist und zudem mit dem bereits renovierten und ausgebauten Schloss alle Voraussetzungen erfülle, sei Ferlach als Standort des Kompetenzzentrums für chorisches Singen auserkoren worden, so Haider. Als nützliche räumliche Erweiterung wurde die angrenzende Volksschule in die Gründung mitein-bezogen. Insgesamt wurden für die Errichtung der Akademie 196.000 Euro zur Verfügung gestellt, die in eine Stiftung eingebracht wurden. Als Leiter konnte der bekannte Chorspezialist Roland Streiner, gewonnen werden -zugleich Direktor des Landeskonservatoriums. Als Trägerverein fungiert das Kärntner Bildungswerk (KBW).

Die Ausbildung durch 20 Referenten umfasst verschiedene Stufen zu unterschiedlichen Themen. Seit Beginn haben insgesamt 76 Personen an den acht Modulen teilgenommen und es gibt 15 Absolventen. Die Kurse werden das ganze Jahr über an Wochenenden angeboten und erfordern einen Kostenbeitrag in der Höhe von lediglich 36,34 Euro für den einzelnen Teilnehmer. Durch die Finanzkonstruktion und die Sponsoren können die dafür jährlich benötigten insgesamt rund 36.330 Euro aufgebracht werden.

Am 27. April in Ferlach und am 10. Mai in St. Veit (jeweils um 20.00 Uhr im Rathaus) werden im Rahmen der Choroffensive Kärnten mittels Sonderkonzerte Kostproben des meisterhaften Schaffens der Chorakademie geboten. Das Programm reicht von Mendelssohn bis Brahms, von den Beatles bis zu den Comedian Harmonists. (Schluss)

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