Wiener VP fordert Schließung der Müllverbrennungsanlage am Flötzersteig

"Keine halben Sachen bei der Neuordnung der Abfallwirtschaft"

Wien (ÖVP-Klub) Für eine Schließung der Müllverbrennungsanlage (MVA) am Flötzersteig sprachen sich heute die VP-Politiker TSCHIRF, KLUCSARITS und GERSTL aus. "Es muss unser Ziel sein, die Wiener Abfallwirtschaft und damit auch die Müllverbrennung technisch auf ein höchstmögliches Niveau zu heben, sodaß die Bevölkerung so gering wie möglich belastet wird,", erklärte VP-Klubchef Dr. Matthias TSCHIRF. "Die MVA am Flötzersteig ist technisch veraltet und müsste in wenigen Jahren ohnehin zugesperrt werden."***

Die einzig sinnvolle Lösungsmöglichkeit sieht Umweltsprecher KLUCSARITS in der Errichtung einer dritten MVA in Wien. "Das Müllaufkommen in der Bundeshauptstadt steigt zwar nicht mehr rasend schnell an, im Sinne einer Neuordnung der Wiener Abfallwirtschaft ist die Errichtung einer dritten MVA aber die einzig sinnvolle Maßnahme", erklärte Rudolf KLUCSARITS. Der VP-Politiker wies in aller Deutlichkeit darauf hin, dass die MVA am Flötzersteig den Anforderungen einer modernen Verbrennungsanlage künftig nicht gerecht werden könne und erinnerte auch an die jahrelangen Streitereien und juristischen Auseinandersetzungen um die Betriebsgenehmigung. "Nur weil die Wiener SPÖ ihren eigenen Bezirksvorstehern nicht ‚weh’ tun will, soll nun die dritte Verbrennungsanlage nur in einer abgespeckten Version gebaut werden und die MVA am Flötzersteig weitergeführt werden", weiß KLUCSARITS. "Die Weiterführung der Anlage am Flötzersteig macht weder wirtschaftlich noch ökologisch Sinn", hielt der VP-Politiker fest. Der Flötzersteig müsste in den kommenden Jahren sehr aufwändig saniert werden und wäre dann immer noch eine Müllverbrennungsanlage mitten im Grüngebiet.

Heftige Kritik am Zick-Zack-Kurs der Wiener Stadtregierung

Alle drei VP-Politiker bemängelten den bisherigen Zick-Zack-Kurs der Wiener Stadtregierung in dieser Frage. "Die von der Wiener Stadtregierung in Auftrag gegebene strategische Umweltprüfung hat den Bau einer dritten Anlage ganz eindeutig empfohlen", erinnerte VP-Gemeinderat und Penzinger VP-Chef Mag. Wolfgang GERSTL. "Diese Empfehlung hat die Schließung des Flötzersteigs ganz klar beinhaltet."

GERSTL sieht die MVA Flötzersteig auch als unnötige Belastung der Bewohner des ausgedehnten Grüngebietes am Flötzersteig. "Am Flötzersteig werden pro Jahr 200.000 Tonnen Müll verbrannt. Die Penzinger Bevölkerung und ich sehen keinen Grund, warum jetzt nur eine abgespeckte Version der dritten Anlage errichtet werden soll und der Flötzersteig weiterhin die Grüngebiete belasten soll." Schon im Jahr 1985 hatte Univ.-Prof. Schlauch vor einem Weiterbetrieb der Anlage gewarnt. "Derzeit wohnen 300.000 Menschen im unmittelbaren Emmissionsbereich der MVA am Flötzersteig", berichtete GERSTL. "Viele davon sind Kleingartenbesitzer, deren Obst und Gemüse mit Schwermetallen belastet werden."

Kritik übte GERSTL auch an den fehlenden Dioxinmessungen bei den Abwässern der Anlage. "Zusätzlich erzeugt die Anlage jährlich 10 Tonnen SO2, 30 Tonnen NOx und zwei Tonnen Staub." Mit einem Kübel, aus dem Trockeneis strömte, demonstrierte GERSTL bei der Pressekonferenz die jährliche Schadstoffbelastung, die die Bevölkerung im Umkreis der MVA Flötzersteig jährlich auszuhalten hat. "Jedem dieser 300.000 Menschen wird praktisch jährlich ein solcher Kübel voller Dreck bzw. voller Abgase vor die Tür gestellt."

KLUCSARITS sieht in der nun diskutierten abgespeckten Variante der dritten MVA einen "Umfaller" der Wiener Umweltstadträtin KOSSINA. "Die Frau Stadträtin weiß ganz genau, dass Wien eigentlich die große Version der dritten MVA benötigt. Sie hat sich offenbar gegen ihre eigenen Parteifreunde nicht durchsetzen können. Das ist ein - für die Wiener Umweltpolitik - bedauerlicher und nicht akzeptabler Umfaller", kritisierte der VP-Umweltsprecher.

Abschließend kündigten die drei VP-Politiker weitere Initiativen zur Schließung der MVA am Flötzersteig an. "Wir werden im kommenden Wiener Gemeinderat eine diesbezügliche Anfrage an die Frau Umweltstadträtin richten", so Wolfgang GERSTL. Schon in den vergangenen Wochen hatte die Penzinger ÖVP mit Flugzettelaktionen und Anträgen in der Bezirksvertretung ihren Forderungen auch im Bezirk Nachdruck verliehen. "Wir sind gespannt, mit welchen Argumenten die Frau Stadträtin einen weiteren Betrieb der Anlage am Flötzersteig begründen will. Stichhaltige sachliche Argument gibt es dafür nämlich nicht", meinten TSCHIRF, GERSTL und KLUCSARITS abschließend.***

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