Grünewald: Haupt zitiert Laimböck-Studie verfälschend

Ambulanzgebühren haben vielfach Abhalte- statt Steuerungseffekt

Wien (OTS) "Einen 'positiven Lenkungseffekt', wie ihn Bundesminister Haupt aus der Lamböck-Studie herausliest, ist darin nicht zu finden", kritisiert Kurt Grünewald, Gesundheitssprecher der Grünen. Bei genauer Lektüre der Studie kommt man nämlich drauf, daß Laimböck bei seiner Analyse eine gefährliche Entwicklung festgestellt hat. Eine Reduktion der Ambulanzbesuche aufgrund der Gebühren habe nämlich oft kein Ausweichen auf den niedergelassen Bereich, sondern ein Unterlassen von notwendigen Nachbehandlungen, Untersuchungen, etc. zur Folge, und zwar besonders stark im psychiatrischen und gynäkologischen Bereich. Auch telefonische Anfragen als Ersatz für Ambulanzbesuche nehmen lt. Laimböck zu.
"Eine unterlassene Diagnostik oder Krankenbehandlung führt langfristig oft zu höheren Behandlungskosten. Die Ambulanzgebühr wirkt damit eindeutig kontraproduktiv", kritisiert Grünewald.

Ebenso gäbe es viele Bereiche, wo regelmäßige Kontrollen extrem wichtig sind, und wo es auch im niedergelassenen Bereich keine entsprechenden Alternativen gibt, wie z. B. bei RheumapatientInnen, Kontrollen nach abgeschlossener Chemotherapie, PatientInnen mit transplantierten Organen, etc.
"Hier werden PatientInnen belastet, die keine Alternative zum Besuch in die Spitalsambulanzen haben", stellt Grünewald fest und bekräftigt die Forderung der Grünen nach Abschaffung der Ambulanzgebühr.

Den "positiven Lenkungseffekt", der lt. Bundesminister Haupte durch die Ambulanzgebühren eingetreten sei, wird in der Presseaussendung des Minister auch mit der sogenannten Laimböck-Studie untermauert. "Ich würde den Herrn Bundesminster empfehlen, die Studie von Max Laimböck genauer durchzulesen und vollständig zu zitieren", fordert der Grüne Gesundheitssprecher Kurt Grünewald Minister Haupt auf.

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