Glawischnig zu Temelin: Regierung muss jetzt handeln!

UVP-Skandal, Neustart von Block 1 und Aktivierung von Block 2 schaffen vollendete Tatsachen

OTS (Wien)- "Die Temelin-Betreiber setzen offensichtlich alles daran, möglichst rasch vollendete Tatsachen zu schaffen und setzen sich dabei über alle österreichische Bedenken hinweg", so Eva Glawischnig, Umweltsprecherin der Grünen, anlässlich des Neustarts von Block 1 und der für nächste Woche geplanten Aktivierung von Block 2 des AKW Temelin. Als Provokation der Temelin-GegnerInnen bezeichnet Glawischnig die gestern durch das tschechische Umweltministerium abgeschlossene Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu 78 Bauänderungen im AKW Temelin. "Von Tschechien wurde eine positive Stellungnahme zur UVP abgegeben, die österreichischen und deutschen Einwände wurden schlichtweg ignoriert", kritisiert Glawischnig. "Angesichts dieser Entwicklungen darf die österreichische Bundesregierung nicht weiter untätig bleiben und darauf warten, ob der Temelin-Sonderausschuss vielleicht irgendwann im Herbst ein Ergebnis zustande bringt. Die Grünen fordern eine sofortige Handlungsoffensive der Bundesregierung."

"Die von FPÖ und ÖVP nach dem Volksbegehren angekündigten Gespräche mit Tschechien müssen jetzt umgehend aufgenommen werden", ergänzt Glawischnig. Die Umweltsprecherin verlangt eine Klarstellung der Bundesregierung, dass die gestern abgeschlossene UVP internationalen Standards nicht entspricht und wesentliche Bereiche (Stichwort:
Atommülllagerung; Alternativen) unberücksichtigt bleiben. "Gleichzeitig müssen bereits jetzt Sondierungsgespräche mit allen relevanten politischen Lagern in Prag über ein finanzielles Ausstiegsangebot geführt werden, um nach den tschechischen Wahlen wirklich verhandlungsfähig zu sein", fordert Glawischnig.

Der erste Block des tschechischen AKW Temelin wurde heute nach zweimonatiger Pause wieder gestartet. Auch Block 2 soll bereits nächste Woche hochgefahren werden. Ein österreichisches Expertenteam hat im Juni 2001 in einem Bericht an die Bundesregierung festgehalten, dass Block 1 und 2 nach europäischer Genehmigungspraxis nicht einmal mit Brennstäben hätten beladen werden dürfen.

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