Ostregion: Vorgangsweise gegen Ozon recht erfolgreich

Verkehr macht Probleme - verstärkte Information

Wien, (OTS) Seit über 30 Jahren ist es gelungen, die Schadstoffbelastung in der Ostregion drastisch zu reduzieren. Die Luftgüte soll aber noch besser werden. Denn egal, ob wir mit dem Auto fahren, Energie in unseren Haushalten verbrauchen oder die Industrie für uns Produkte erzeugt: Das alles ist mit Schadstoffen verbunden, die unsere Luft belasten. Aus den Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen bildet sich besonders im Sommer das bodennahe Ozon, das unserer Gesundheit und unseren Pflanzen schadet. Diese Substanzen stammen hauptsächlich von Emissionen aus dem Verkehr und von Industriebetrieben.

Um die Ozonsituation in der Ostregion in den Griff zu bekommen, wurde 1996 von den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland ein Ozonsanierungsplan ausgearbeitet, der nun auf seine Wirksamkeit untersucht wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die vorgegebenen Ziele zur Vermeidung der flüchtigen Nicht-Methan-Kohlenwasserstoffe erreicht werden. Die Stickoxide im Energiebereich sind gesunken. Probleme bereitet allerdings der Verkehr. Zwar sind Dank Katalysator und neuer Technik heute umweltfreundlichere Fahrzeuge unterwegs. Doch dieser positive Effekt wird durch das steigende Verkehrsaufkommen teilweise kompensiert. "Daher sind wir alle gefordert, gemeinsam die Ozonsituation in den Griff zu bekommen. Ist es wirklich notwendig, am ersten heißen Tag mit dem Auto quer durch die Stadt zum Badeteich zu fahren? Mit ein bisschen gutem Willen, kann jeder zur Verbesserung der Luftgüte etwas beitragen", erklärt Wiener Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina.

Die drei Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland haben viele Maßnahmen gesetzt, um die Ozonbelastung zu senken. So werden die öffentlichen Verkehrsmittel massiv ausgebaut, Wohnbauten energetisch saniert, erneuerbare Energien und alternative Mobilitätsformen vom Fahrrad bis zum Car-Sharing und Aktionen zur Bildung von Fahrgemeinschaften gefördert. Diese Maßnahmen werden weiterhin forciert.
"Das Hauptaugenmerk muss auf die Steuerung der Verkehrsströme gerichtet werden. Im Burgenland wird das Konzept der Park and Ride -Anlagen bei Bahnhöfen und Autobahnknotenpunkten verfolgt, um das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiver zu machen. Nichtsdestotrotz, ist gerade der Bund gefordert, vermehrt Anstrengungen zur Ertüchtigung des öffentlichen Verkehrs zu unternehmen", meint die burgenländische Landesrätin Verena Dunst.

"Wir rufen nicht nur zur Mithilfe der Ozonvermeidung auf, wir informieren ständig über mögliche Belastungen, denn Niederösterreich verfügt über das größte, modernste und bestausgebaute Luftgütemessnetz Österreichs. Von den 32 Messstellen werden Ozonwerte automatisch an die Zentrale weitergeleitet, wo eine permanente Grenzwertüberwachung und Messwertkontrolle erfolgt", so der niederösterreichische Umweltlandesrat Mag. Wolfgang Sobotka.

Doch allein damit ist es nicht getan. Handlungsbedarf hat auch die Bundesregierung. Sie muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit die Ozonvorläufersubstanzen österreichweit vermindert werden. Denn die Bildung von bodennahem Ozon erfolgt erst einige Stunden nachdem die Schadstoffe in die Luft gekommen sind. Die Luftmassen wandern zehn bis hunderte Kilometer weit. So tritt die erhöhte Belastung meistens später und oft weit von jenem Ort entfernt auf, an dem die Schadstoffe verbreitet wurden. Aus diesem Grund muss, das Ozonproblem nicht zuletzt gesamteuropäisch betrachtet werden.

Bei der Ozonsanierung brauchen die Bundesländer auch die Hilfe der Bevölkerung und ihre Bereitschaft vor allem das Mobilitätsverhalten zu ändern. Deshalb bieten die Bundesländer neue Informationsmöglichkeiten an. So ist ab sofort ein gemeinsamer Ozon-Folder erhältlich, der über das Thema Ozon informiert - von der Ozonbildung über das richtige Verhalten bei den Warnstufen bis hin zu Tipps, wie man Ozonvorläufersubstanzen selbst vermeiden kann. Der Folder kann beim Broschürenservice der MA 22 - Umweltschutz (4000/88220) oder bei der Niederösterreichischen Landesregierung (Tel.: 02252/9025 Dw 11440 oder Dw 11441) gratis angefordert werden. Telefon-Hotlines und Internet-Seiten informieren über die aktuelle Ozonbelastung. Infos für das Burgenland gibt es beim Ozontelefon 02682/600/2888.

Neue Studie zur Entwicklung der Ozonvorläufersubstanzen

Der im Jahr 1996 veröffentlichte ozongesetzliche Maßnahmenplan für das Ozonüberwachungsgebiet I (Wien, Niederösterreich, nördliches und mittleres Burgenland) schreibt konkrete Ziele vor, in welchem Ausmaß die Ozonvorläufersubstanzen Stickstoffoxid (NOX) und flüchtige Nicht-Methan-Kohlenwasserstoffe (NMVOC) reduziert werden müssen. Bis Ende 1996 mussten 40 bis Ende 2001 60 Prozent eingespart werden. Das Einsparungsziel für Ende 2006 liegt bei 70 Prozent.

Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) hat nun vom Forschungsinstitut für Energie- und Umweltplanung, Wirtschaft und Marktanalysen (AEEG) untersuchen lassen, wie weit mittlerweile gesetzte Maßnahmen bereits erfolgreich waren und in welchen Bereichen verstärkt Handlungsbedarf besteht. Ein Grund dafür: Demnächst werden die NEC Richtlinien (National Emission Ceilings) der Europäische Union in österreichisches Recht einfließen. Diese Richtlinie gibt unter anderem neue maximale Emissionswerte für die ozonrelevanten Schadstoffe wie NOX und NMVOC vor, die Österreich bis zum Jahr 2010 zu erfüllen hat.

Details zur Entwicklung der Ozonvorläufersubstanzen 1985 bis 2001

Die Ergebnisse der Studie zeigen folgende Entwicklung: Beim Schadgas NMVOC wurden die Reduktionsziele für das Jahr 1996 erfüllt. Die ersten Details einer Lösungsmittelstudie, an der derzeit gearbeitet wird, zeigen, dass auch die Ziele für das Jahr 2001 erreicht worden sein dürften und auch das Ziel für 2006 in greifbare Nähe rückt.

Differenziert betrachten, muss man die Bilanz für den Schadstoff NOX. Einerseits greifen die Maßnahmen bei den Wiener Kraft und Fernheizwerken. Deren NOX Emissionen konnten nicht zuletzt durch den neuen umweltfreundlichen, modernen Kraftwerkblock Donaustadt und die Reinigung der Abgase der Abfallverbrennungsanlagen, die weit über dem von der EU gefordertem Level liegen, um zwei Drittel reduziert werden. Andererseits bereitet vor allem der Individual- und Güterverkehr Probleme. Der positive Effekt von Katalysator und schadstoffärmeren Fahrzeugen wird durch die steigende Anzahl von Fahrzeugen und gefahrenen Kilometern teilweise kompensiert. Die Gesamtbilanz bei NOX - also stationäre Quellen plus Verkehr - zeigt, dass die ozongesetzlichen Ziele nicht erreicht wurden. Geht der derzeitige Trend im Verkehrsbereich weiter, dann wird auch das Ziel für das Jahr 2006 erheblich verfehlt.

Verstärkte Maßnahmen der Stadt Wien

Derzeit läuft bereits der Ausbau der Wiener U-Bahn auf Hochtouren. Das Radwegenetz wird ausgebaut, Lücken werden geschlossen. Das soll gemeinsam mit Initiativen wie Carsharing, Fahrgemeinschaften oder Gratis-Stadtradl mehr AutofahrerInnen motivieren, das eigene Fahrzeug öfter einmal stehen zu lassen. Mit der thermischen Sanierung von Wohnbauten der Solarförderung sowie den weiteren Ausbau der Fernwärme können auch im Energiebereich zusätzliche Potentiale ausgeschöpft werden. Mit dem Projekt Thewosan - energetische Sanierung von Wohnbauten - wurden und werden bereits 230 durchwegs schlecht gedämmte Wohnbauten aus der Bauperiode 1945 bis 1980 von "Energiefresser" zu energiesparenden Wohnbauten.

Ozonproblem nur gemeinsam lösbar

Maßnahmen zur Ozonverringerung dürfen nicht nur auf einzelne Bundesländer beschränkt bleiben. Die Bundesregierung muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit die Vorläufersubstanzen österreichweit reduziert werden. Ozon ist aber auch ein gesamteuropäisches Problem, das die EU mit den neuen NEC-Richtlinien in den Griff bekommen will. Aber auch die Bevölkerung und die Wirtschaft können dazu beitragen.

Im Verkehrsbereich: Verstärkt öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen; auf unnötige Autofahrten überhaupt verzichten; Autos mit Kat fahren und das Fahrzeug in technisch einwandfreiem Zustand halten; bei Fahrgemeinschaften oder Car-Sharing-Projekten mitmachen.

Im Energiebereich: Zur Wasseraufbereitung Solaranlagen nutzen, an die Fernwärme anschließen lassen; alte Öfen durch neue tauschen; Müll nicht im Ofen verbrennen, sondern entsorgen.
Im Haus und Garten: Farben, Klebstoffe und Sprays nur mit Lösungsmittel auf Wasserbasis kaufen; nichts im Freien verbrennen; keine benzinbetriebenen Rasenmäher verwenden; generell umweltbewusst einkaufen.

Das können Industrie und Gewerbe tun: Umstellung der Fahrzeugflotten auf schadstoffarme PKW und LKW, Verbesserung der Logistik im Güterverkehr, Verlagerung des Gütertransportes auf die Schiene, Abwärmenutzung zum Beispiel zur Warmwasserbereitung, Ersatz von Lösemitteln (Farben, Lacke).

Allgemeine Informationen:

o Ozon - was Sie darüber wissen sollten:
http://www.wien.gv.at/ma22/luft/ozon.htm
(Schluss) vit

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