Schwarzböck: Bäuerliches Einkommensplus bestätigt Agenda-Strategie

Landwirtschaftliches Einkommen in Österreich 2001 um 10,9% gestiegen

Wien, 24. April 2002 (AIZ). - "Die Schätzungen des Europäischen Statistischen Zentralamtes Eurostat ergeben für 2001 für die europäischen Bauern ein Einkommmensplus von durchschnittlich 3,3%. Österreich kann einen Zuwachs von 10,9% verzeichnen. Dieses für die heimische Landwirtschaft erfreuliche Ergebnis beweist, dass die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik mit der Agenda 2000 strategisch richtig war. Damit ist auch klar, dass es derzeit keinen zum Anlass für eine neuerliche Reform der EU-Agrarpolitik gibt, auch wenn manche eine solche mit der Halbzeitbewertung der GAP im heurigen Sommer verbinden wollen. Man muss sich trotz der positiven Entwicklung für die heimische Landwirtschaft aber auch vor Augen halten, dass diese, was die absolute Höhe ihrer Einkommen anbelangt, keineswegs im vorderen Feld der EU-15 liegt. Daher müssen weiterhin große Anstrengungen unternommen werden, um endlich den Binnenmarkt zu realisieren und so die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Betriebe zu steigern", sagte der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz, der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, heute in einer Aussendung.

Direktzahlungen, Marktberuhigung und Strukturwandel maßgeblich

"Grund für die gute Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr war das Zusammentreffen mehrerer für die Landwirtschaft günstiger Faktoren. So gab es im Jahr 2001, abgesehen von den Schwierigkeiten im Rinderbereich, keine dramatischen Markteinbrüche und damit verbundene Probleme. Außerdem schlugen die Direktzahlungen nach der Agenda 2000 positiv zu Buche. Auch die zweite Tranche der Zahlungen im Rahmen der Ausgleichszulage mit mehr als EUR 70 Mio. hat das Ergebnis wesentlich beeinflusst. Nicht zuletzt konnte das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft auch deswegen steigen, weil der Strukturwandel weiter anhält", so Schwarzböck weiter.

"Wie stark sich die landwirtschaftlichen Einkommen auch in den kommenden Jahren erholen können, wird von mehreren Faktoren abhängen. Jedenfalls haben sich die Maßnahmen der Agenda 2000, wie die Berechnungen von Eurostat zeigen, für die europäischen Bauern positiv ausgewirkt. Es ist daher wichtig, dass die Agenda 2000, wie vorgesehen, nämlich bis 2006, entgegen allen Änderungsansinnen volle Gültigkeit hat. Keinesfalls darf aber die EU-Erweiterung mit einer Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik verquickt werden", betonte Schwarzböck.

Endlich Agrardiesel umsetzen

"Das gute Ergebnis bei der Einkommensentwicklung soll nicht davon ablenken, dass die österreichischen Bauern noch immer Wettbewerbsnachteile gegenüber ihren europäischen Kollegen hinnehmen müssen, weil der Binnenmarkt nach wie vor nicht realisiert ist. Das betrifft die EU-weite Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ebenso wie unterschiedliche Preise für Betriebsmittel. In diesem Zusammenhang fordert die bäuerliche Interessenvertretung erneut die Einführung des so genannten Agrardiesels, also die steuerliche Begünstigung des Dieselkraftstoffes für landwirtschaftliche Zwecke. Diese Maßnahme ist im Regierungsübereinkommen festgeschrieben und muss nun endlich umgesetzt werden", so Schwarzböck abschließend.
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