AK Tumpel (2): Körner-Förderungspreise an 53 junge WissenschafterInnen und KünstlerInnen

Über 73.000 Euro Starhilfe für zukunftsweisende wissenschaftliche und künstlerische Arbeiten

Wien (AK) - Untersuchungen, ob und wie bestimmte Kaffee-Inhaltsstoffe Dickdarmkrebs hemmen können, die Entwicklung neuer Methoden, um den Gehalt von Allergie auslösenden Stoffen in der Luft zu messen - oder eine Studie, wie sich neue Formen der Unternehmensorganisation in Großbetrieben auf die Lehrlingsausbildung auswirken: Das sind drei Beispiele für insgesamt 53 Arbeiten, für die heuer der Theodor-Körner-Fonds für Wissenschaft und Kunst Förderungspreise vergibt. Die Preise verlieh heute, Mittwoch, AK Präsident Herbert Tumpel im Wiener Rathaus. Die Förderung ist Starthilfe für zukunftsweisende wissenschaftliche und künstlerische Arbeiten. "Ein Studium und wichtige Projekte dürfen nicht davon abhängen, was sich Studierende, Forscher und Künstler leisten können", so Tumpel bei der Preisverleihung. Nach der Preisverleihung lädt der Wiener Bürgermeister Häupl zum Empfang. ****

Für Leistungen in Medizin und Naturwissenschaften wird heuer zum Beispiel die Biologin Maria Uhl gefördert. Es gibt Hinweise, dass Kaffee Dickdarmkrebs hemmt - und Maria Uhl untersucht, ob die so genannten Terpene im Kaffee im Körper Enzyme anregen, die wichtig für die Entgiftung sind. Zukunftsweisend ist ebenfalls die Arbeit von Anna Patricia Carvalho Coelho und Hannes Traxler. Sie haben (in Zusammenarbeit mit den Professoren Siegfried Trattnig und Gerhard Lechner am AKH-Institut für Radiodiagnostik) untersucht, ob sich die Struktur kleiner Nerven mit dem 3-Tesla-Magnetresonanzgerät darstellen lässt - ÄrztInnen könnten dadurch in Zukunft etwa bereits vor der Operation von Nervenverletzungen ein genaues Bild der Nerven bekommen. Der Arzt Christian Müller hat wiederum eine neue Methode entwickelt, wie sich das Ausmaß von Störungen des Geschmackssinns (etwa als Nebenwirkung von Medikamenten) schneller und genauer bestimmen lässt.

Der Chemiker Andreas Limbeck arbeitet an einer Methode, wie sich der Gehalt von Palladium in der Luft messen lässt. Palladium ist ein Platingruppen-Metall, das in den Katalysatoren von Autos verwendet wird und bei Menschen Allergien auslösen kann. Clemens Schwarzinger wiederum sucht nach einem Weg, um das Gift in Pilzen schneller und besser bestimmen zu können - beim Mageninhalt von vergifteten Menschen ebenso wie für verbesserten Einsatz von Schutzmittel bei pilzbefallenem Bauholz.

"Das gläserne Auto": So heißt die Arbeit des Juristen Gerhard Kunnert. Er schaut sich an, was alles über den Lebenszyklus eines Autos an Daten über Autobesitzer erfasst wird und prüft Fragen des Datenschutzes. Der Soziologe Eduard Stöger schaut sich an, wie sich neue Methoden der Unternehmensorganisation, konkret: das "lernende Unternehmen", auf die Lehrlingsausbildung in Großbetrieben auswirken.

Der Theodor-Körner-Fonds wurde 1953 von Arbeiterkammern und ÖGB zum 80. Geburtstag des damaligen Bundespräsidenten Theodor Körner initiiert: Der Jubilar hatte auf Geschenke verzichtet und gebeten, statt dessen junge WissenschafterInnen und KünstlerInnen zu fördern. Gespeist wird der Fonds ausschließlich aus Spenden. Heuer werden über 73.000 Euro vergeben - pro Person zwischen 1.090 und 2.543 Euro. Unter den früheren PreisträgerInnen finden sich viele bekannte Persönlichkeiten wie Christian Ludwig Attersee, Christine Busta, Friedrich Cerha, Antal Festetics, Jörg Mauthe, Hans Strotzka, oder Helmut Zilk.

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