Maier: Doping durch Nahrungsergänzungsmittel - Bundesregierung lässt SportlerInnen im Stich!

SPÖ-Entschließungsantrag im NR zur Kontrolle von Nahrungsergänzungsmitteln

Wien (SK) Einen "zum Schutz österreichischer SportlerInnen absolut notwendigen Entschließungsantrag" brachten während der letzten beiden Plenartage die SPÖ-Abgeordneten ein. Eine Untersuchung des Austrian Research Center zeigte, dass eine Reihe von Nahrungsmittelergänzungen, die auch in Österreich erhältlich sind, mit anabolen Stereoiden verunreinigt sind. Diese Substanzen waren nicht am Etikett angeführt. "Dabei stehen diese Hormone alle auf der Antidopingliste des IOC. Gefahr für die Gesundheit und positive Dopingproben können die Folge der Einnahme sein", erklärte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die im Austria Research Center getesteten Produkte stammen allesamt aus Sporternährungsfachgeschäften und Apotheken, drei Produkte wurden vom Verband für Kraftdreikampf zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache: 22 Prozent der Produkte enthielten mindestens 1 Stereoid, bei den Produkten aus Sportfachgeschäften waren 20 Prozent positiv, die drei Proben des Kraftdreikampfverbandes testeten alle drei positiv. Aus diesen Untersuchungsergebnissen ist deutlich dringender Handlungsbedarf sowohl beim Gesundheitsminister als auch bei der Sportministerin gegeben. "Bis heute haben die zuständigen FPÖVP-Minister es verabsäumt die Öffentlichkeit über die Produktnamen und Hersteller zu informieren", betonte Maier, der ebenfalls anmerkte, dass die SPÖ weitere Produkte einkauft und untersuchen lässt. Über diese Ergebnisse wird mit ausdrücklicher Namensnennung durch die SPÖ informiert werden.

Besondere Gefahr, so Maier, droht auch durch den Internethandel. "Wir fordern daher die blau-schwarze Bundesregierung auf, sich sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene dafür einzusetzen, dass eine umfassende Marktkontrolle sowie ein gegenseitiges Informationssystem zum Schutz der EU-BürgerInnen installiert werden kann. Auch sollen die gesetzlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass bei Nachweis von pharmakologisch wirksamen Stoffen in derartigen Produkten öffentlich und unter vollständiger Namensnennung, über die gesundheitlichen Risiken und eventuelle Dopingrelevanz informiert und gewarnt wird", stellte Maier fest. Grundvoraussetzung und erster Schritt sei jedenfalls eine umfassende Untersuchung der in Österreich erhältlichen Nahrungsmittelergänzungsmittel - und zwar unter Ausnutzung aller bekannten - legalen wie illegalen- Vertriebswege, so Maier abschließend. (Schluss) nf/mp

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