Kaske: "Beginnt der Sommer heuer im April?"

Bereits 6.440 Saisoniers für den Sommer bewilligt

Wien (ÖGB/HGPD) "Obwohl im Sommer 2001 und im Winter 2001/2002 die Arbeitslosenrate zwischen 10 und 15 Prozent über dem Vorjahr lag, wütet Minister Bartenstein mit immer neuen Saisonierkontingenten", Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) ist empört: "Arbeitslose In- und AusländerInnen sind dem Minister für Wirtschaft und Arbeit offenbar völlig egal. Wichtig ist ihm, die Wirtschaft mit billigen Arbeitskräften aus Mittel- und Osteuropa zu versorgen. Und Parteifreunde und Koalitionspartner sprechen eiskalt lächelnd von allerhöchstens 8.000 Saisoniers."++++

Kaske erklärte, dass alleine im Jahr 2001 etwa 31.000 Bewilligungen für Saisoniers in Tourismus und Landwirtschaft vergeben wurden: "Diese 31.000 Bewilligungen teilten sich rund 51.000 Saisoniers aus zwei Branchen. " Obwohl das Winterkontingent mit über 8.000 Saisoniers teilweise noch im Lande sei, würden österreichweit bereits Hunderte von Sommersaisoniers vergeben. "Ich habe nicht gewusst, dass der Sommer jetzt schon im April beginnt", wunderte sich der HGPD-Vorsitzende: "Durch die neue Bartenstein'sche Zeitrechnung ist nun das ganze Jahr Saison für billige Arbeitskräfte - und das nicht nur in Tourismus und Landwirtschaft, sondern künftig auch im Metallbereich, am Bau und anderen Branchen."

Der Dienstleistungsgewerkschafter äußerte sich auch zum neuerlichen Aufflammen der "Sozialschmarotzer-Debatte": "Jeder von uns kennt jemanden, der unser System ausnutzt - unter diesem Motto wird wieder einmal versucht das österreichische Sozialsystem in Frage zu stellen. Dabei vergessen viele aber die Tausenden, die zu jung für die Pension - aber nach Sicht mancher Unternehmer - zu alt für den Arbeitsmarkt sind. Wir brauchen keine Missbrauchsdebatte sondern viel mehr eine Debatte, wie man jene die arbeitswillig und -fähig sind, wieder in Arbeit bringt." Hier würden der Staat und viele Betriebe durch Stellenabbau mit schlechtem Beispiel voran gehen, kritisierte Kaske: "Eine Debatte über die Zukunft der Arbeit und über die Chancen von Berufseinsteigern, aber auch von erfahrenen ArbeitnehmerInnen ist das, was wir brauchen." (Forts.)

ÖGB, 24. April 2002
Nr. 366

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