Filmproduzenten in grosser Sorge

Wien (OTS) - Das Ende vergangenen Jahres im Parlament beschlossene neue Rundfunkgesetz hat eine starke Verösterreicherung des Programms, eine stärkere eigene Programmproduktion des ORF und damit Aufträge an die österreichische Filmwirtschaft zum Ziel. Der vom neuen Stiftungsrat genehmigte Finanzplan der Geschäftsführung sieht für dieses Jahr 62 Mio Euro (850 Mio ATS) an Produktionsvolumen an die österreichische Filmwirtschaft vor.

Die schwachen Konjunkturdaten und die damit verbundenen geringeren Werbeeinnahmen sehen die Geschäftsführung des ORF dazu gezwungen, den Finanzausschuss des Stiftungsrates zu ersuchen, eine Überziehung des Budgets um Euro 50 Mio aus den vorhandenen Reserven des ORF zu genehmigen.

Der ORF braucht dringend neues österreichisches Programm. Dieses muss aber erst produziert werden. Dem ORF drohen sonst Reichweitenverluste und in Folge noch geringere Werbeeinnahmen.

Die Gefahr von Betriebsschliessungen im audiovisuellen Produktionssektor und damit verbunden ein drastischer Anstieg der Arbeitslosigkeit der Filmschaffenden wäre unvermeidlich.

Wir begrüssen ausdrücklich den Willen des Stiftungsrats den Strukturproblemen, die der ORF mittelfristig in den nächsten drei Jahren sicherlich haben wird, jetzt bereits mit Konzepten zu begegnen.

Kurzfristig ist jedenfalls neues österreichisches Programm dringendst vonnöten. Neues Programm aus Österreich kann im Ausland nicht gekauft werden. Der ORF kann Österreichisches nur senden, wenn er produziert oder produzieren lässt. Wir vertrauen der Geschäftsführung und ersuchen den Stiftungsrat seiner von ihm gerade gewählten neuen Geschäftsführung dasselbe Vertrauen entgegenzubringen.

Wulf Flemming Helmut Grasser Danny Krausz
Sprecher des Verbandes österreichischer Filmproduzenten

Rückfragen & Kontakt:

Helmut Grasser
Allegro Filmproduktion GmbH
Tel.: 01/712 50 36

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/NEF/OTS