Kinderfreunde: Bildungsweg soll keine Sackgasse sein

Wien (SK) Die heute stattfindende Generaldebatte zum Bildungsvolksbegehren im Parlament sehen die Kinderfreunde als erneuten Anlass, auf die Missstände der Bildungspolitik in Österreich hinzuweisen. "Ein ständiges Schielen auf die Kosten trübt den Blick auf die wahren Defizite, die Jugendliche auf ihrem Ausbildungsweg erfahren. Die Regierung setzt keine Maßnahmen, um Bildung für Jugendliche leicht zugängig zu machen sondern errichtet zusätzliche Mauern, die vielen jungen Menschen den Bildungszugang verbauen", kritisierte Waltraud Witowetz-Müller, Vorsitzende der Österreichischen Kinderfreunde. ****

Witowetz-Müller erläuterte am Dientag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst die einzelnen Kritikpunkte:

  • Die Lehrerstunden wurden rigoros gekürzt, wodurch die Klassenschülerzahlen sprunghaft gestiegen seien. Der Anteil großer Klassen in AHS/BHS betrage 48 Prozent; in der 1. Klasse sogar bis zu 84 Prozent!
  • Seit 1990 seien die Lehrstellen um 16 Prozent zurückgegangen, obwohl die Betriebe Anreize in der Höhe von 5,5 Milliarden Schilling erhalten haben. Trotzdem sei die Lehrlingsstiftung beendet worden, obwohl diese nur Kosten von 1,9 Mrd. verursachten. Die zusätzlichen Geldmittel hätten die Betriebe wirtschaftlich erleichtert aber die Lehrstellen-Misere nicht verbessert.
  • Im EU-Vergleich bilde Österreich mit seiner Akademikerquote das Schlusslicht mit Portugal und der Türkei. Anstatt einen universitären Ausbildungsweg leicht zugängig zu machen, verbaue die Regierung durch die Einführung der Studiengebühren vielen Jugendlichen diese Ausbildung.
  • Die Ergebnisse der PISA Studie zeigen deutlich: Der Abstand zwischen schlechtesten und besten Leistungen ist in Österreich wesentlich größer als in jenen Ländern, die besser abgeschnitten haben. Außerdem entlarve die Studie, dass SchülerInnen mit schwachen Leistungen aus sozial schwachem Milieu kommen. Das österreichische Schulsystem kompensiere bestehende soziale Unterschiede im Bereich der Mittelstufe nicht.

Daher fordern die Österreichischen Kinderfreunde:
- Senkung der KlassenschülerInnenzahlen auf maximal 25 bei gleichzeitiger Schaffung von mehr Schulraum in Bundesschulen.
- Schulische Angebote der Berufsausbildung für jene, die keine Lehrstelle finden.
- Abschaffung der Studiengebühren und eine Ausweitung der Studienbeihilfe für Studierende.
- Gesetzliche Voraussetzungen für die Kooperation der verschiedenen Schularten mit der in Ausarbeitung befindlichen SCHOG-Novelle. (Schluss) nf/mp

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