Sima zu AKW Ignalina: Kein Aufschub für Schließung des Tschernobyl-Typs!

"Spätestens 2009 muss auch der zweite Block vom Netz. EU-Gelder unerlässlich"

Wien (SK) Als "inakzeptabel" bezeichnete SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima die heutigen Ansagen des litauischen Präsidenten Valdas Adamkus, das AKW Ignalina nicht bis 2009 zu schließen. "Ich verstehe, dass die Schließung mit großen Problemen verbunden ist, dennoch darf an diesem Termin nicht gerüttelt werden, Ignalina ist und bleibt ein Hochrisiko-Reaktor, der besser heute als morgen vom Netz muss", betont Sima. Der litauische Präsident hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz mit dem österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil die Schließung des zweiten Blocks bis 2009 schwer in Frage gestellt. "Dies darf die EU und auch Österreich keinesfalls akzeptieren, Ignalina ist von Typ des Tschernobyl-Unglückreaktors, der gerade in diesen Tagen aufgrund des 16. Jahrestags der Reaktorkatastrophe traurigerweise besonders aktuell ist", so Sima. Während für Block 1 mit der EU bereits das konkrete Schließungsdatum 2005 fixiert wurde, gibt es für Block 2 noch keine schriftlichen Vereinbarungen, dennoch wird in der EU von 2009 ausgegangen. "Gerade vor wenigen Wochen hat mir eine Delegation von litauischen Parlamentariern bei einem ausführlichem Gespräch bestätigt, wie fest entschlossen Litauen sei, das AKW tatsächlich zu schließen. Es müssen jedoch noch zahlreiche damit verbundenen Probleme - vor allem auch finanzieller Natur - im Vorfeld gelöst werden", so Sima. ****

Die Europäische Union müsse nun deshalb mit allen Mitteln die Einhaltung der Vereinbarung mit Litauen einmahnen und natürlich auch die entsprechenden Gelder dafür bereitstellen. "Es ist völlig klar, dass bei einer derart hohen Abhängigkeit von Atomkraft von rund 80 Prozent ein Aus für ein AKW mit enormen Folgeproblemen verbunden ist. Und gerade deshalb muss Europa hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Das muss es unserer Sicherheit und Gesundheit einfach wert sein", betonte Sima. Geschätzt werden die Kosten für eine Stillegung des AKW auf rund 2,9 Milliarden Euro.

Ignalina gelte laut Agenda 2000 zu den sogenannten Hochrisikoreaktoren, die als nicht nachrüstbar gelten und somit stillgelegt werden müssen. Neben Ignalina betreffe dies auch noch das bulgarische Kozloduj und das slowakische Bohunice. (Schluss) nf/mp

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