BESUCH EINER KANADISCHEN PARLAMENTARIERDELEGATION IM PARLAMENT Joe Fontana im Gespräch mit österreichischen Abgeordneten

Wien (PK) - Dem Thema Einwanderungspolitik war heute ein Meinungsaustausch zwischen kanadischen Parlamentariern und der Obfrau des Menschenrechtsausschusses Terezija Stoisits (G) sowie
dem Abgeordneten Hermann Reindl (F) gewidmet. Die kanadischen Gäste, die dem Ständigen Komitee für Bürgerrechte und Immigration des kanadischen Parlamentes angehörten, informierten dabei die beiden österreichischen Kollegen über das kanadische Einwanderungsrecht, nahmen aber auch zu einzelnen Aspekten der österreichischen fremdenrechtlichen Bestimmungen Stellung.

Joe Fontana, der Vorsitzende des Ausschusses, der selbst als Kind aus Italien in Kanada eingewandert ist, skizzierte die Grundzüge des kanadischen Einwanderungsrechtes als Politik der offenen
Türen gegenüber von Immigranten, die sein Land aufgrund der niedrigen Geburtenraten dringend braucht. Jährlich kommen 250 000 Einwanderer nach Kanada, teilte er mit. Basis für Immigration außerhalb des Familiennachzuges sei ein Punktesystem, das auf das Alter, die Ausbildung, berufliche Erfahrungen und
Sprachkenntnisse abstellt. Kanada habe großes Interesse an qualifizierten Einwanderern und ermögliche eine rasche Einbürgerung, sehe aber auch, wie Fontana betonte, das Prinzip
der Doppelstaatsbürgerschaft vor.

Besorgt äußerte sich Fontana über die in Österreich anvisierten Sprachkurse für Einwanderer. Diese würden auch kanadische Geschäftsleute treffen, die oft gar keine Zeit für Sprachunterricht haben. Die Geschäftswelt könne sich heute aussuchen, wo sie investiert, gab er zu bedenken.

Abgeordnete Terezija Stoisits (G) bezeichnete die Sprachtests als wirtschaftsfeindlich und bedauerte im Übrigen, die Diskussion in Österreich drehe sich hauptsächlich um eine weitere Verschärfung der ohnehin schon restriktiven Zuwanderungsbestimmungen.

Abgeordneter Hermann Reindl (F) hingegen stellte fest, Österreich sei im Unterschied zu Kanada kein klassisches Einwanderungsland.
In der Zuwanderungspolitik setze die Bundesregierung daher auf Integration vor neuer Einwanderung. (Schluss)

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