FERRERO-WALDNER: "Barcelona-Prozess ist Kultur der Zusammenarbeit"

am 3. Juni Seminar im Rahmen des Euromed-Dialog in Wien

(Valencia - OTS) "Auch im siebten Jahr seines Bestehens leidet der Barcelona-Prozess an einem Grundproblemen: dem noch immer ungelösten Nahost-Konflikt", sagte Außenministerin Benita FERRERO-WALDNER heute am Ende des Treffens in Valencia. Für überflüssig hält FERRERO-WALDNER den Barcelona-Prozess dennoch nicht. "Im nächsten Jahrzehnt müssen am südlichen Mittelmeerufer alleine 45 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen, nur um den heutigen Stand mit Erwerbslosigkeit zu halten, die in manchen Ländern bei etwa 30 Prozent liegt. Der Anschlag auf Djerba zeigt überdies, wie wichtig eine gut funktionierende Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Terror ist und wie weit man auf beiden Seiten des Mittelmeers heute noch davon entfernt ist. Außerdem ist der Barcelona-Prozess praktisch das einzige Forum, wo, wie jetzt wieder in Valencia, Israelis und Araber noch an einem Tisch sitzen".

FERRERO-WALDNER bezeichnete es als das "wichtigste Ergebnis des Barcelona-Prozesses", dass es gelungen ist, den Prozess trotz schwieriger Rahmenbedingungen ohne Unterbrechung nicht nur am Leben zu erhalten, sondern sogar kontinuierlich weiter zu entwickeln. "Dies zeigt, dass alle Teilnehmer ein großes Verantwortungsgefühl für das gemeinsame Projekt besitzen, und das ist ein ermutigendes Signal für die Zukunft. Mit unseren regelmäßigen Treffen sind wir dabei, eine "Kultur der Zusammenarbeit" zu entwickeln und damit eine Normalität, die vor wenigen Jahren noch undenkbar schien. Dies allein ist ein wichtiger Beitrag zum Ausbau unserer Partnerschaft", so die Außenministerin.

In ihren drei Bereichen - Politik, Wirtschaft und Kultur - wurde
in Valencia ein Aktionsprogramm beschlossen, das FERRERO-WALDNER als "gute Grundlage für eine Vertiefung der Zusammenarbeit" bezeichnet. Im Zentrum dieses Programms steht eine engere Kooperation im Kampf gegen das organisierte Verbrechen, die Drogenmafia sowie den Terrorismus. Im Rahmen der "Sozialen, Kulturellen und Menschlichen Kooperation im Mittelmeerraum" soll auch ein Dialog der Zivilisationen geführt werden. "Der Österreichische Beitrag dazu ist ein am 3. Juni in Wien angesetztes Seminar "Euromed-Dialog zwischen Kulturen und Zivilisationen - Rolle der Medien". Dabei sollen die Medien stärker auf ihre Verantwortung hinsichtlich Übermittlung und Transport der Vorstellungen von anderen Kulturen sensibilisiert werden", sagte die Außenministerin.

"Wir müssen den Bürgern in der EU ebenso wie bei unseren Mittelmeerpartnern deutlich machen, dass der Barcelona-Prozeß mehr ist als eine Serie von Diskussionen von Politikern, Beamten und Experten. Wir Europäer müssen erkennen, dass die politische, wirtschaftliche und soziale Stabilität der gesamten EU und des Mittelmeerraums engstens miteinander verknüpft sind und dass eine ausgewogene Nachbarschaftspolitik der EU gleichermaßen auf enge Partnerschaft mit den Nachbarn im Süden wie auf die Integration der Nachbarn im Osten ausgerichtet sein muss und dass sich diese regionale Zusammenarbeit ganz konkret auszahlt", so FERRERO-WALDNER abschließend (Schluss).

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