"Fabrik der Zukunft": Einsparungspotenziale durch optimiertes High-Speed-Cutting

Wien (OTS) - Im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Fabrik der Zukunft" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) arbeiten Experten der PROFACTOR Produktionsforschungs GmbH an einer Optimierung von High-Speed-Cutting (HSC)-Prozessen für die Metallverarbeitung. Durch einen verringerten Einsatz von Kühlschmierstoffen (KSS) sollen zudem Arbeiter und Umwelt geschont werden.

HSC-Bearbeitung reduziert aufgrund der hohen Schnittgeschwindigkeiten die Zerspanungskräfte bei der Metallverarbeitung um bis zu 30 Prozent. Mit Hilfe dieser Technologie können höherwertige Oberflächenqualitäten erreicht werden. Dabei kann man jedoch auf den Einsatz von KSS, die in der Regel als gefährliche Arbeitsstoffe gelten, nicht zur Gänze verzichten. Die Risiken betreffen hier in erster Linie die Arbeiter und die Umwelt, jedoch auch Maschinen und Anlagen, die von einem öligen Film überzogen werden. Um den Einsatz dieser gefährlichen Hilfsstoffe zu verringern, wurden in den letzten Jahren einige Versuche mit minimalen Mengen an KSS oder mit Trockenbearbeitung durchgeführt. Bisher konnte jedoch noch keine neue Strategie für HSC entwickelt werden - Erfolge gab es nur in Einzelfällen.

Das angestrebte Vorgehensmodell der Experten soll nicht etwa einen starren Lösungsrahmen, sondern ein ganzheitliches Prozessmodell allgemeiner Gültigkeit bieten. Zur Entwicklung dieses Modells fließen Informationen der HSC-Datenbank von PROFACTOR ein, die die Messdaten systematischer Zerspanungsversuche mehrerer Jahre enthält. Die Gestaltung der optimierten HSC-Prozesse erfordert im Allgemeinen experimentelle Untersuchungen zur Ermittlung der jeweiligen Fertigungsparameter. Arbeitsmedizinische Daten stehen bisher kaum zur Verfügung - diese können oft erst im Rahmen der arbeitsmedizinischen Betreuung an den jeweiligen Arbeitsplätzen ermittelt werden. Erfahrungen müssen jedoch systematisch gesammelt werden und für die Zukunft verfügbar bleiben.

Das Vorgehensmodell umfasst vier Schritte:

  • Prozessplanung
  • Versuchsdurchführung und Datensammlung
  • Bewertung der Ergebnisse
  • Implementierung des Bearbeitungsprozesses in den industriellen Produktionsablauf

Um eine praktische Anwendbarkeit zu garantieren, wird die Modellentwicklung anhand eines Aluminium-Bauteiles, der in einer Kaffeemaschine zum Einsatz kommen soll, durchgeführt. Beteiligt an dem Projekt sind außer PROFACTOR die Piesslinger GesmbH mit Sitz in Molln und das Institut für Verfahrenstechnik, Brennstoff- und Umwelttechnik der TU Wien.

Das Forschungsförderungsprogramm "Fabrik der Zukunft" wird im Rahmen des Impulsprogramms "Nachhaltig Wirtschaften" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) durchgeführt. Für die erfolgreiche Abwicklung des Programms ist der Forschungsförderungsfonds der gewerblichen Wirtschaft (FFF) zuständig.

In der ersten Antragsrunde des Programms wurden 20 Projekte ausgewählt. Die zweite Ausschreibungsrunde startete im März, Ende des Jahres 2002 soll ein dritter Aufruf für Projekteinreichungen veröffentlicht werden. Heuer und nächstes Jahr stehen jeweils rund 2,54 Mill. Euro für Forschungsprojekte zu den Themenbereichen "Technologien und Innovationen bei Produktionsprozessen", "Nutzung nachwachsender Rohstoffe" und "Produkte und Dienstleistungen" zur Verfügung.

Eine Vorstellung des Projektes findet im Rahmen der 3. Steyrer Schleiftagung am 17./18. 4. 2002 im Museum Arbeitswelt und als Posterpräsentation am "XVI. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" am 26. - 31. 5. 2002 in Wien statt.

Rückfragen & Kontakt:

Burkhard Riß
PROFACTOR Produktionforschungs GmbH
Wehgrabenstrasse 1-5
A-4400 Steyr
Tel.: 07252/884-202
Burkhard.Riss@profactor.at
http://www.profactor.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FFF/FFF/OTS