Gutes Fraport-Ergebnis im schwierigen Luftfahrtjahr 2001 / Umsatzplus 2,9 Prozent - Jahresüberschuß 101 Millionen Euro - Dividendenvorschlag 0,40 Euro pro Aktie

Frankfurt am Main (OTS) - Die Fraport AG hat in einem für die weltweite Luftfahrtindustrie besonders schwierigen Jahr erneut ein positives Ergebnis vorgelegt. Für das Geschäftsjahr 2001 wurde trotz negativer Einflüsse durch Pilotenstreik, Konjunkturflaute und die Terroranschläge vom 11. September 2001 ein Konzern-Jahresüberschuss von 101,1 Millionen Euro erreicht.

Der Konzernumsatz stieg gegenüber 2000 um 2,9 Prozent auf fast 1.581 Millionen Euro. Das EBITDA - also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - betrug 507,2 Millionen Euro. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr lag mit 4,9 Prozent innerhalb des dem Kapitalmarkt angekündigten Rahmens, betonte Dr. Wilhelm Bender, der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, anlässlich der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Frankfurt. "Beide Ergebniszahlen liegen trotz der Negativfaktoren des Jahres 2001 über unserem Planansatz," sagte Bender, "auch wenn wir erwartungsgemäß das Rekordergebnis des Vorjahres nicht erreichen konnten."

Zur positiven Umsatzentwicklung haben eine Entgelterhöhung bei den Flughafen- und Infrastrukturentgelten, der um insgesamt acht auf 46 Unternehmen erweiterte Konsolidierungskreis sowie gestiegene Mieterlöse und Erlöse aus Umsatzabgaben beigetragen.

Die Gesamterträge des Konzerns wuchsen um nahezu sechs Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Sachaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um gut zehn Prozent auf 507 Millionen Euro, der Personalaufwand um neun Prozent auf 689 Millionen Euro, vor allem wegen der erstmaligen Konsolidierung personalintensiver Tochterunternehmen sowie durch Tariferhöhungen, Einführung eines leistungs- und erfolgsabhängigen Bezahlungssystems und Sonderaufwendungen durch das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm im Rahmen des Börsengangs. Insgesamt beschäftigte der Fraport-Konzern im Jahr 2001 im Jahresdurchschnitt 15.526 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Konzern-Jahresüberschuss von 101,1 Millionen Euro lag um rund 22 Prozent unter dem des Vorjahres. Das Ergebnis je Aktie beträgt auf Basis des gewichteten Durchschnitts ausgegebener Aktien 1,28 Euro; auf Basis aller dividendenberechtigten Aktien beläuft es sich auf 1,12 Euro. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung der Fraport AG am 26. Juni vorschlagen, eine Dividende von 40 Euro-Cent je Aktie zu beschließen.

Erstmals legte die Fraport Verkehrszahlen für den Konzern vor, die die Standorte Frankfurt, Hannover, Saarbrücken, Hahn, Antalya und Lima enthalten. Die Zahl der Fluggäste blieb konzernweit im Vorjahresvergleich mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent auf insgesamt 67,9 Millionen Passagiere stabil. Luftfracht und Post nahmen im Konzern um 1,8 Prozent auf 1,9 Millionen Tonnen ab, die Zahl der Flugzeugbewegungen ging auf den genannten Fraport-Flughäfen kumuliert um 1,1 Prozent auf knapp 719.000 zurück.

Am Flughafen Frankfurt Main, dem mit 71,6 Prozent des Passagieraufkommens und über 86 Prozent des Cargo-Aufkommens wichtigsten Konzernstandort, sank die Zahl der Fluggäste mit 48,6 Millionen um nur 1,6 Prozent unter das Spitzenjahr 2000. Aufgrund der Terroranschläge vom September und Passagier-Rückgängen im Oktober um 13,9 und im November um 10,9 Prozent hatte das Unternehmen "wesentlich Schlimmeres erwartet", sagte Vorstandschef Bender.

Die Luftfracht ging in Frankfurt um sechs Prozent auf knapp 1,5 Millionen Tonnen zurück. Die Zahl der Flugzeugbewegungen lag hier mit knapp 460.000 um 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert, die Höchststartgewichte, maßgeblich für die Bestimmung der Start- und Landeentgelte, lagen um 0,8 Prozent über dem Jahr 2000.

Schon für die zweite Hälfte des laufenden Jahres rechnet die Fraport AG in Frankfurt wieder mit steigenden Verkehrszahlen sowie mittel- und langfristig mit einem hohen Wachstumspotenzial an ihrem Heimatstandort. Dementsprechend sei der geplante Flughafenausbau das bedeutendste Vorhaben der kommenden Jahre, sagte Bender. Nach dem in Kürze abzuschließenden Raumordnungsverfahren wird noch dieses Jahr das Planfeststellungsverfahren für eine neue Landebahn angegangen, die 2006 in Betrieb gehen soll.

"Wir tun alles, um den Ausbau termingerecht, budgettreu und umweltbewusst zu erreichen," betonte der Fraport-Vorsitzende, "wir tun dies weiterhin im mehrheitlichen Konsens mit der Bevölkerung des Umlandes, und wir stehen mit aller Konsequenz zu den Ergebnissen des Mediationsverfahrens."

Finanzielle Grundlage des geplanten Ausbaus sind in erster Linie die Einnahmen aus dem Börsengang der Fraport AG im vergangenen Juni. Aus dem Nettoerlös in Höhe von rund 863 Millionen Euro sowie einer Gesellschaftereinlage wurden rund 360 Millionen Euro zur Tilgung höherverzinslicher Bankverbindlichkeiten verwendet. 525 Millionen Euro aus dem Börsengang hat das Unternehmen mittelfristig in einem Spezialfonds angelegt.

Zum Terminal-Projekt in Manila hat Fraport beschlossen, zunächst keine weiteren Finanzmittel im Rahmen der Zwischenfinanzierung für die Projektgesellschaft PIATCO bereitzustellen, bis Fortschritte in den Gesprächen mit der philippinischen Regierung und in den Verhandlungen mit den Fraport-Partnern erzielt sind. Der Baufortschritt für das neue internationale Terminal in Manila liegt im Plan und die Inbetriebnahme ist für Ende 2002 vorgesehen. "Wir haben Verträge, auf deren Einhaltung wir vertrauen, wie umgekehrt wir die Verträge erfüllen werden; wir arbeiten mit Nachdruck an einer Lösung der Probleme," betonte der Vorstandsvorsitzende Bender.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Fraport mit einer Stabilisierung der Verkehrsentwicklung, allerdings insgesamt auf gegenüber 2001 geringfügig niedrigerem Niveau. Das Unternehmen strebt für 2002 ein im Vergleich zum Vorjahr stabiles EBITDA an und rechnet mit einem Konzern-Jahresüberschuss ebenfalls auf Vorjahresniveau.

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