Molterer erwartet von neuer EU-Richtlinie bessere Möglichkeiten zur Lärmbekämpfung

Minute der Ruhe um 14.15 Uhr am morgigen "Tag gegen den Lärm"

Wien (OTS) - Neue Möglichkeiten zur Verringerung der Lärmbelastung der Bevölkerung bietet nach Ansicht von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Mag. Wilhelm Molterer die neue Umgebungslärm-Richtlinie der EU. "Die Richtlinie ist ausverhandelt und wird voraussichtlich im Laufe des heurigen Jahres in Kraft treten. Österreich hat dann 24 Monate Zeit, die darin enthaltenen Bestimmungen in nationale Regelungen umzusetzen", erklärte Molterer anlässlich des Internationalen Tag gegen den Lärm, der morgen, Mittwoch, stattfindet.

Kernelement der Richtlinie wird die Verpflichtung der EU-Mitgliedstaaten sein, strategische Lärmkarten zu erstellen, die die Lärmsituation in großen Ballungsräumen, an Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen widerspiegeln. Diese öffentlich einsehbaren Karten werden eine Grundlage für zukünftige Maßnahmen zur Lärmsanierung bilden. Auch die Ausarbeitung solcher Aktionspläne schreibt die Richtlinie den Mitgliedstaaten vor. Sie bildet außerdem eine Grundlage für weitere Gemeinschaftsregelungen zur Verringerung der Lärmemissionen von spezifischen Lärmerregern. Emissionsgrenzen für Fahrzeuge, Reifen, Geräte und andere Lärmquellen sind bereits in früheren EU-Richtlinien festgelegt worden, bedürfen aber einer weiteren Verschärfung.

Im Jahre 1998 fühlten sich laut Statistik Österreich 25 % der Österreicher in ihren Wohnungen durch Lärm gestört, darunter 13,7 % stark oder sehr stark. Die Lärmstörung hat sich damit erneut vermindert und ist seit 1970 auf die Hälfte gesunken. Der überwiegende Anteil der Störungen ist nach wie vor auf den Verkehr zurückzuführen. Österreichweit betrachtet überwiegen dabei Störungen durch den Straßenverkehr. Bahnverkehr, Betriebe, Nachbarwohnungen und Freizeitveranstaltungen sind tendenziell von untergeordneter bzw. lokaler Bedeutung.

Trotz der anhaltenden Zunahme der Flugbewegungen in den letzten Jahren hat sich die Lärmbelastung durch den Flugverkehr nicht erhöht. Das ist darauf zurückzuführen, dass einerseits der Einsatz der international als sehr laut eingestuften Flugzeuge auf allen österreichischen Flughäfen (mit Ausnahme von Wien bei Tag) verboten ist und andererseits der Anteil der neuen, lärmärmeren Flugzeuggeneration zunimmt.

An Bundesstraßen wurden seit 1983 insgesamt 728,6 Kilometer Lärmschutzwände, -wälle und lärmarmer Straßenbelag eingesetzt. An Landes- und Gemeindestraßen werden ähnliche Maßnahmen zur Erreichung der gleichen oder niedrigerer Grenzwerte angewandt. 1999 wurden die Immissionsgrenzwerte an Bundesstraßen gesenkt. Auch der Ausbau des öffentlichen Verkehrswesens und der Radwegenetze hat zu einer Senkung der Lärmbelastung beigetragen. Eine weitere Verminderung könnte durch den Einsatz von lärmarmen Reifen erzielt werden sowie durch eine effektivere Durchsetzung von Tempolimits.

Die europäischen Daten über die Lärmbelastung sind aufgrund der unterschiedlichen Mess- und Bewertungsverfahren oft schwer vergleichbar. Schätzungen der EU-Kommission zufolge sind rund 20 % der Bevölkerung, also annähernd 80 Millionen Menschen, Lärmpegeln ausgesetzt, die von Wissenschaftern als untragbar angesehen werden, von denen sich die meisten Menschen gestört fühlen, die zu Schlafstörungen führen und bei denen gesundheitsschädliche Auswirkungen zu befürchten sind.

In Österreich sind laut Allgemeiner Unfallversicherungsanstalt etwa 400.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplätzen gehörschädigendem Lärm ausgesetzt. Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit. Im Jahr 2000 wurden knapp 6 Millionen Euro an Lärmrenten ausbezahlt.

Zum siebenten Mal starten mehr als 40 Länder am 24. April Aktionen, um möglichst viele Menschen über die Gefahren des Lärms zu informieren. In Österreich hat der Österreichische Arbeitsring für Lärmbekämpfung (ÖAL) für morgen zu einer Minute der Ruhe zwischen 14.15 und 14.16 Uhr aufgerufen. Detaillierte Informationen zum Thema bietet der ÖAL im Internet unter www.oal.at.

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