LH Haider/Minister Reichhold: Beteiligungen der Post sind zu hinterfragen

Kritik an Art der Post-Reorganisation, die lukrative Geschäftsfelder aus der Hand gibt - Bund als Posteigentümer fördert private Konkurrenzunternehmen

Klagenfurt (LPD) - Infrastrukturminister Mathias Reichhold und Landeshauptmann Jörg Haider haben heute früh der Belegschaft am Postamt 9300 St. Veit an der Glan einen Besuch abgestattet und sich die dringenden Anliegen, Sorgen und Ängste der Bediensteten angehört, die der Personalvertreter Lenhard Bachler knapp so formulierte: "Die Post wird weiter demontiert und zerstückelt, man fährt beinhart über uns drüber."

Massiv hinterfragt werden müssen die Art der Reorganisation und die Berechtigung von Beteiligungen der Post, betonten Haider und Reichhold. Mit welcher Berechtigung etwa beteilige sich die Post am Konkurrenzunternehmen DPD, fragte Haider. Es gehe nicht an, dass erst zerstückelt werde, um die einzelnen Geschäftsfelder dann leichter "wegzubringen". Vor allem lukrative Geschäftsfelder habe man abgezogen bzw. abziehen lassen, um dann die herbeigeführte Unwirtschaftlichkeit feststellen zu können. Es sei
einfach unverständlich, sich zu beteiligen, um das eigene Unternehmen schrittweise kaputtzumachen.

Es sei beispielsweise wohl auch keine Frage, dass die Zustellung im ländlichen Bereich weniger bringe als in Städten. Haider und Reichhold kritisierten in diesem Zusammenhang auch die Gewerkschaft, die dabei stets nur zugesehen habe. Es sei kein Zufall, dass nicht wenige Personalvertreter Direktoren geworden seien, verwies Haider auf etliche ihm bekannte Beispiele.

Der Landeshauptmann forderte daher ein ernstes Gespräch mit dem Eigentümer der Post, der ÖIAG. Minister Reichhold verwies ebenfalls auf die zuletzt erfolgte Einigung von Gewerkschaft und Post am Semmering und sicherte zu, die Aufklärung hinsichtlich von Beteiligungen und möglichen Verfilzungen rasch voranzutreiben.

Der Bund sei es, der zugleich seine eigene Konkurrenz unterstütze, wenn er die öffentliche Presseförderung auch den privaten Konkurrenzunternehmen etwa bei der Zeitungszustellung zukommen lasse, kritisierte Haider. Zudem müsse auch die Rentabilität von einzelnen Postämtern, einschliesslich von vergleichbaren Provisionsgeschäften, einmal transparent gemacht werden. Hier seien die genauen Kriterien für die weitere (Nicht-)Aufrechterhaltung nicht immer offenkundig.

Reichhold sagte, dass die Liberalisierung in der EU weitergehe und noch mehr Wettbewerb zu erwarten sei. LH Haider habe seit 1996 gegen die damals begonnene stückweise Demontage der Post massiv gekämpft, unterstrich Reichhold.

Gottfried Novak, Post-Regionalleiter, informierte Minister und Landeshauptmann über einzelne Reorganisationsschritte. Unter anderem ist die Einführung größerer Zustelleinheiten im Gange und die Verlagerung von 1900 Zustellpostämtern auf 500 bis 600 Zustellbasen vorgesehen, wobei es für die Bevölkerung keinerlei Einbussen hinsichtlich der Versorgung geben soll. Im Gegenteil, die Zustellqualität solle noch besser werden, so Novak. Er sagte auch, dass in Kärnten vieles bereits positiv umgesetzt werden konnte, um die Effizienz zu steigern und Kosten einzusparen. (Schluss)

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