Cap: Reichtum in Europa und global neu verteilen

ZUK-Diskussion zum Thema Österreich und seine Nachbarn

Wien (SK) "Die Motivation der Östlichen Nachbarn Österreichs der EU beizutreten beruhen weniger auf Nostalgie, als vielmehr auf dem Wunsch, von einem starken Europa zu profitieren - keiner ist neugierig auf die Beschwörung historischer Wurzeln", bemerkte SPÖ-Klubobmann Josef Cap am Montag im Rahmen einer Veranstaltung der Zukunftswerkstätte zum Thema "Österreich und seine Nachbarn". In der gemeinsamen wirtschaftlichen Basis der EU und Österreichs mit seinen Nachbarn ortete Cap die notwendige Bedingung dafür, den Gegensatz zwischen Arm und Reich in den Griff zu bekommen. Es sei eine "gigantische Aufgabe", den Reichtum und die Lebenschancen in Europa und global neu zu verteilen, zeigte sich Cap überzeugt. Denn:
"Gelingt dies nicht, wird die Migration und der Verteilungskampf enorm ansteigen - und damit auch die Chancen für Rechtsextremisten, die Oberhand zu gewinnen." ****

"Zur Bewahrung der Vielfalt der Kulturen in Europa braucht man auch eine materielle Basis", betonte Cap - und führte vier Elemente an, aus dem das "Europäische Haus" bestehen müsse: Das wirtschaftliche, das Friedens-, das soziale und das demokratische Element. Die Konkurrenz der EU zu den USA wertete Cap als durchaus positiv. "Ich will nicht, dass die EU zu einer amerikanisierten Kulturkolonie wird" bemerkte Cap - mit dem Nachsatz: "Ich bin deswegen noch lange kein Euro-Nationalist."

"Liebe und Abneigung" seien höchstens "die Begleitmusik", nicht aber die Basis, um eine neue Kulturidentität zu entwickeln. Vor allem gehe es um die wirtschaftliche Entwicklung, die im übrigen schon sehr weit gediehen sei, hob Cap hervor. Fürst Karl von Schwarzenberg entgegnete: "Ich bin auch kein Freund der Nostalgie, aber es sollte unser natürliches Interesse - als Kleinstaaten - sein, unsere regionalen Interessen im zukünftigen Europa zusammen zu vertreten -wie es etwa auch die Beneluxstaaten tun." Die Antipathien zwischen den Österreichern und ihren Nachbarn führte Schwarzenberg darauf zurück, "dass wir uns so ähnlich sind": "Die gleichen Eigenschaften gehen uns beim Nachbarn am meisten auf die Nerven."

Vilmos Szabo, Vizepräsident des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten im Ungarischen Parlament bereitet das "Gift des Nationalismus" die größte Sorge, dem auch die EU-Osterweiterung keinen wirklichen Einhalt gebiete. Denn, so Szabo: "Wenn mehrere Millionen Minderheits-Ungarn in den östlichen Nachbarländern wohnen, dann wird - nach dem EU-Beitritt Ungarns - die neue Schengen-Grenze für diese Menschen zum 'Eisenen Vorhang'." Auch der Verleger Loijze Wieser sah die Gefahren, die von einer Spaltung in ein reiches und ein armes Europa ausgehen: "Wenn es nicht gelingt, eine Nivellierung des europäischen Reichtums und eine demokratische Gleichstellung des Zusammenlebens aller Menschen zu schaffen, wird das menschliche Elend wieder aufgefrischt werden." (Schluss) lm

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