Weninger: "Die Jugend ist dieser Bundesregierung nichts wert"

Am Beispiel Jugendgerichtshof: Die Bundesregierung bedient sich niederträchtiger und verabscheuenswürdiger Methoden

St. Pölten, (SPI) - "Die Jugend ist dieser Bundesregierung nichts wert". Mit scharfen Worten kritisiert der Verfassungssprecher der SPÖ Niederösterreich, LAbg. Hannes Weninger, die von Justizminister Böhmdorfer angekündigte Schließung des Wiener Jugendgerichtshofes. "Ein gesellschaftspolitischer Salto rückwärts auf Kosten der Jugend und der engagierten MitarbeiterInnen", so Weninger. Geringfügige Einsparungen sind der Vorwand, um bewährte, erfolgreiche und weltweit anerkannte Einrichtungen mutwillig zu zerschlagen. Blauer Postenschacher, eine ewig gestrige Law&Order-Mentalität und ideologisch motivierte Rache am angesehenen Jugendgerichtshof-Präsidenten Udo Jesionek und den Mitarbeiterinnen der verschiedenen Jugendeinrichtungen reichen dieser Bundesregierung als Gründe, um eine seit 1928 bestehende Einrichtung von heute auf morgen zu zerschlagen.****

"Der Jugendgerichtshof in Verbindung mit der Jugendgerichtshilfe und der Bewährungshilfe spricht die Sprache und kennt die Bedürfnisse von gefährdeten Jugendlichen. Er hat ebenso wie die Gefängnisschule des Stadtschulrates und die Justizwachebeamten - die oft zu "Vaterfiguren für die jugendlichen Insassen" werden - neben dem Strafaspekt auch die Zukunft der Jugendlichen im Auge", betont Weninger die gesellschaftliche Bedeutung derartiger Einrichtungen. Jungen Menschen dürfen auch nach Verfehlungen nicht alle Chancen verbaut werden. Diese Gefahr droht jedoch bei Auflösung des Jugendgerichtshofs. Präventionsaspekte werden dann unter die Räder kommen.

Weninger unterstützt die Forderung, Bundespräsident Klestil solle die Bundesregierung in dieser Causa rasch zurückpfeifen. Nach der Zerschlagung der Jugendpolizei durch Innenminister Strasser soll nun eine Einrichtung zerstört werden, die mehr als siebzig Jahre lang tadellos funktionierte. "Diese Methoden - die deckungsgleich bei den Krankenkassen, den Sozialversicherungen, der Post und in vielen weiteren Bereichen zur Anwendung kommen, sind niederträchtig und verabscheuenswürdig," schloss LAbg. Hannes Weninger.
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