Manager-Umfrage: Konjunktur, Steuerreform

Vorausmeldung zu GEWINN 5/2002 - Erscheinungstermin: 24. April 2002

Wien (OTS) - Großer Optimismus für Konjunkturanstieg

Das Konjunkturklima wird deutlich besser, attestieren die 205 vom Wirtschaftsforum der Führungskräfte, triconsult und GEWINN befragten Manager. Ihr Optimismus ist derart groß, wie er zuletzt 1993 vor Beginn einer sechsjährigen Hochphase war. 65 Prozent sind der Meinung, dass das Konjunkurklima in den nächsten vier Monaten steigen, also besser wird. 28 Prozent schätzen es gleichbleibend, nur sieben Prozent fallend ein.

Die 205 Manager wurden auch zur erwarteten Steuerreform befragt, in welchen Bereichen sie Reduktionen, wo Anhebungen erwarten. Aber auch, wo sie sich Senkungen wünschen würden. Wie deutlich den Managern dabei das Thema Lohnnebenkosten unter den Nägel brennt, zeigt, dass dieses Thema mit 89 Prozent noch vor einer gewünschten Senkung der Einkommensteuer (88 Prozent) liegt. An dritter Stelle steht der Wunsch nach Herabsenkung der Körperschaftsteuer (58 Prozent). Weiter interessant: Nur vier Prozent wollen eine Senkung der Grundsteuer.

Ebenfalls abgefragt wurde, ob eine Rückkehr einer Vermögensteuer neu erwartet wird oder nicht. Anscheinend herrscht hier das Motto "na denen wird scho so a Bledsinn einfallen" - 40 Prozent erwarten, dass sie kommen wird. Nur 32 Prozent sind gegen eine Neueinführung, der Rest enthielt sich der Stimme.

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Interview: Professor Dr. Erich Streissler

"Um jetziges System zu finanzieren, müsste man die Pensionsbeiträge verdoppeln!"

"Akademiker studieren bis zu ihrem 25. Lebensjahr, dann wird 35 Jahre gearbeitet, mit 60 in Pension gegangen und durchschnittlich bis zum 85. Lebensjahr der Ruhestand genossen. Um das finanzieren zu können, müssten die jetzigen Pensionsbeiträge verdoppelt werden", schildert Professor Dr. Erich Streissler vom Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität Wien in einem GEWINN-Interview.

Wie lässt sich das Problem lösen? Laut Streissler durch eine laufende Erhöhung des Pensionsantrittsalters: "Bis zum Jahr 2015 muss das auf 70 Jahre steigen, dann sind wir saniert! Der große Irrtum unserer Zeit ist, dass der derzeitige Zustand, nämlich noch relativ wenige Alte und viele Erwerbstätige, als "normal" angesehen wird. Das wird aber nicht so bleiben. Wenn die jetzige Kinderzahl im Pensionssystem wirksam wir, ist mit der Beitragsleistung, wie wir sie derzeit haben, das bestehende Pensionssystem unfinanzierbar! Das ist primitive Mathematik nach Adam Riese, und wird doch nicht gesehen."

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Interview: Richard McCabe, First Vice President von Merrill Lynch

"In den nächsten zwei Jahren galoppieren die Bullen!"

"Natürlich hat der Enron-Skandal für Wellen gesorgt, doch die Finanzindustrie hat schon größere Debakel gemeistert", zieht Richard McCabe im GEWINN-Interview Bilanz über die Situation einer gesamten Branche. McCabe muss es wissen, ist er doch Chief Market Analyst und First Vice President des amerikanischen Finanzhauses Merrill Lynch.

Auf die Frage, ob McCabe für die nächsten zwei Jahre pessimistisch, optimistisch oder gar bullisch sei, antwortet der Chefanalyst: "Die nächsten zwei Jahre werden die Bullen galoppieren! In diesem Jahr werden die Indizes um fünf bis zehn Prozent über den Werten aus Dezember 2001 liegen, der Nasdaq wahrscheinlich sogar zehn bis 15 Prozent über dem Vorjahreswert. In 2003 wird der Bullen-Markt weiter anhalten und die Indizes werden um 15 bis 20 Prozent zulegen."

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