"ÖIAG erwägt Totalverkauf der Mobilkom: A1 könnte bald neuen Eigentümer haben" - Erscheinungstag 23.4.2002

DER STANDARD-Bericht

Wien (OTS) - Österreichs Handy- marktführer A1 Mobilkom kommt unter den Hammer. Der Hauptaktionär der Konzernmutter Telekom Austria (TA), die staatliche Industrieholding ÖIAG, kann sich nach den Worten ihres Vorstandssprechers Peter Michaelis neben der Hereinnahme eines strategischen Partners auch einen Totalverkauf vorstellen. Letztlich würden dadurch auch die bisher enttäuschten Telekom-Austria-Aktionäre profitieren.

Im Gespräch mit dem Standard sagte der ÖIAG-Vorstand: "Sollte durch einen Verkauf ein vernünftiger Wert generiert werden, wird sich das auch zum Vorteil der Volksaktionäre niederschlagen. Wenn der Preis stimmt, kann ich mir auch einen totalen Verkauf vorstellen."

Um die "Verwertung" der Mobilkom zu bewerkstelligen, wird derzeit hinter den Kulissen intensiv über den Rückkauf des 25-Prozent-Anteils der Telecom Italia (TI) an der Mobilkom verhandelt. Die restlichen 75 Prozent hält die Telekom Austria.

In Unternehmenskreisen heißt es, die Preisvorstellungen für das A1-Viertel der Italiener würden derzeit um rund 100 Millionen Euro auseinander liegen, wobei die TI mindestens 850 Millionen Euro lukrieren, die TA aber nicht mehr als 750 Millionen Euro zahlen wolle.

Zur Ankündigung von Finanzminister Karl-Heinz- Grasser, die ÖIAG in der nächsten Legislaturperiode auflösen zu wollen, was den Verkauf sämtlicher Beteiligungen wie Böhler, Voest oder VA Tech impliziert, sagte Michaelis: Das Ziel am Endes des Tages ist die Vollprivatisierung. Die Frage des Wann muss man aber mit sehr viel Augenmaß im Interesse der Republik und der Aktionäre entscheiden."

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