GPA-Frauen: Chancengleicheit im neuen Sparkassen-Kollektivvertrag verankert

Maßnahmen zur Förderung und beruflichen Entwicklung von Frauen vereinbart

Wien (GPA). Die GPA-Frauen freuen sich, dass es im neuen Sparkassenkollektivvertrages gelungen ist, erstmals explizit das Prinzip der Chancengleichheit zu verankern. Damit sei signalgebende Wirkung auch für andere Branchen gegeben und ein entscheidender Schritt zur umfassenden Gleichstellung von Frauen erreicht. Die Frauenbeauftragte des Bundesausschusses Sparkassen und neue Wiener GPA-Frauenvorsitzende, Ilse Fetik, sieht im Abschluss vor allem einen klaren Handlungsauftrag an die Dienstgeberseite: "Gleiche Chancen und gleiche berufliche Rahmenbedingungen lassen sich nun nicht mehr auf unverbindliche Zielvorgaben reduzieren, sondern sind als verpflichtende Basis festgeschrieben. Die GPA-Frauen werden deren Umsetzung nun umgehend und mit Nachdruck einfordern."++++

Konkret legen sich im neuen Sparkassen-Abschluss beide Vertragspartner auf das Ziel fest, über das gesetzliche Maß hinaus eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten. Gleichzeitig ist die Verpflichtung vorgesehen, aktiv zur Sicherung der Gleichbehandlung und Gleichstellung von Frauen und Männern im Betrieb beizutragen. Dafür sollen insbesondere Frauenförderprogramme und Maßnahmen zur beruflichen Entwicklung von Frauen in den Sparkassen unterstützt werden.

Weitere, insbesondere für Frauen maßgebliche neue Inhalte sind auch etwa im Hinblick auf die Gestaltung des Bildungsbereiches gegeben. Für neue Bildungsinhalte wurde dabei eine Evaluierungsphase vereinbart, in deren Rahmen insbesondere frauenspezifische Auswirkungen erhoben werden sollen, etwa unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten zu Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, Probleme in Verbindung mit Bildungsorten oder die Auswirkungen von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen auf die vorhandene Einkommensschere zwischen Frauen und Männern. Beschlossen wurden außerdem Maßnahmen zum Ausgleich so genannter Minderperformance-Probleme bei Betriebspensionen im Rahmen von Pensionskassen, inklusive einer Regelung zum Ausgleich von Härtefällen. Im Rahmen einer Evaluierung wird dabei besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen für Frauen gelegt, die bedingt durch geringere Zeiten der Berufstätigkeit und niedere Durchschnittseinkommen von vergleichsweise schlechteren Erträgen besonders betroffen sind.

Ein wichtiges Handlungsfeld sieht Bundesausschuss-Frauenbeauftragte Fetik zukünftig vor allem bei der Gestaltung der Teilzeitproblematik. Recht auf Teilzeit, Gleichbehandlung von Teilzeit- und VollzeitmitarbeiterInnen bei der Bemessungsgrundlage für KV-Pensionskassenbeiträge sowie bei der Einstufung in das Gehaltsschema seien dabei wichtige Verhandlungsthemen. Zwar würden die Arbeitgeber hier Anerkennung für die Argumente von Gewerkschaftsseite zeigen, lassen aber diesbezüglich noch Abschlussbereitschaft vermissen.

ÖGB, 22. April 2002
Nr. 361

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