Wirtschaftliche Erholung Ägyptens birgt neue Export-Chancen für Österreich

Nach Verdopplung der österreichischen Exporte nach Ägypten in den letzten fünf Jahren gingen diese 2001 um 15 % zurück -Erfolgreiche Wirtschaftsmission 2002 nach Alexandria und Kairo

Wien (PWK282) Die Auswirkungen der Terroranschläge in New York sind in Ägypten, einem der bedeutendsten Handelspartnern Österreichs in Afrika und dem Nahen Osten, im abgelaufenen Jahr 2001 deutlich zu spüren gewesen. "Die Einnahmen aus den wichtigsten Devisenbringer -Tourismus und Suezkanal - sind stark zurückgegangen. Dies hat angesichts eines traditionellen Handelsbilanzdefizits zu einer Verringerung der Devisenreserven und einer Verschärfung der Liquiditäts- und Devisenknappheit geführt. Dementsprechend nahmen auch die österreichischen Exporte nach Ägypten 2001 um 15 % auf 109 Mio Euro ab", berichtet Österreichs Handelsdelegierte in Kairo, Rudolf Lukavsky.

"In den letzten fünf Jahren hatten sich unsere Ägypten-Exporte jedoch verdoppelt und die Chancen für österreichische Exportfirmen nehmen heuer wieder zu. Dies zeigt beispielsweise die eben sehr erfolgreich durchgeführte WKÖ-Wirtschaftsmission nach Alexandria und Kairo", erklärt Lukavsky. Die Außenhandelsstelle Kairo konnte für die 16 teilnehmenden Firmenvertreter rund 200 Einzeltermine mit ägyptischen Firmen im Bereich von Industriezulieferungen vereinbaren. Die gesamte Firmendelegation wurde persönlich vom ägyptischen Premierminister Ebeid empfangen.

Trotz des verlangsamten Wirtschaftswachstums kann Ägypten immer noch auf relativ solide Wirtschaftsdaten verweisen. "Die Inflationsrate ist mit 2,4% die niedrigste seit langem und ein Wirtschaftswachstum von 2,5% ist zwar unter den Erwartungen, der Trend zeigt jedoch inzwischen wieder nach oben", weiß Lukavsky.

Österreich liefert nach Ägypten vor allem Maschinen und Nachrichtengeräte, bearbeitete Waren, im besonderen Papier, Arzneiwaren, Feuerfestmaterialien sowie Eisen- und Stahlprodukte. Im Laufe der letzten Jahre ist eine zunehmende Diversifizierung sowohl auf Produkt- als auch auf Kundenseite festzustellen. Ein bedeutender Teil der österreichischen Lieferungen entfällt nach wie vor auf das Projektgeschäft im Infrastrukturbereich. Möglichkeiten bieten sich vor allem beim Ausbau der Wasser- und Energieversorgung, des Verkehrswesens und auf dem Gebiet des Umweltschutzes.

"Die anhaltende Modernisierung und der Ausbau der Industrie des Landes eröffnet auch dem österreichischen Maschinen- und Anlagenbau neue Chancen", ist der Handelsdelegierte überzeugt. "Angesichts der immer noch geringen Fertigungstiefe in vielen Bereichen der Industrie besteht ein wachsender Bedarf an hochwertigen Vormaterialien und an moderner Technologie."

Die zunehmende Bedeutung des privaten Sektors erfordere eine verstärkte direkte Bearbeitung des Marktes, fordert Lukavsky die österreichischen Exporteure zu Besuchen vor Ort auf. Dem ausgeprägten Preisbewusstsein ägyptischer Kunden könne vor allem durch den Rückgriff auf lokal hergestellte Komponenten entsprochen werden. Möglichkeiten für Investitionen österreichischer Firmen gibt es bei Privatisierungsprojekten sowie in vielen Bereichen der Industrie und im Tourismus.

Die ägyptische Regierung unternimmt derzeit große Anstrengungen um die Wirtschaft wieder anzukurbeln: Exporte, Direktinvestitionen und der Tourismus werden gefördert. Beim Tourismus ist die Wende bereits wieder geschafft. Ägypten geht weiterhin konsequent den Weg der Liberalisierung und Modernisierung. Dafür erhält es auch internationale Unterstützung vor allem aus der EU aber auch aus den USA sowie von Weltbank und IMF. (Ne)

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