• 22.04.2002, 13:58:06
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Kaliumjodid schützt bei Strahlenunfällen=

Wien (OTS) - Nicht zuletzt die aktuelle Diskussion um das
Kernkraftwerk Temelin hat Gefahren, die von Kernkraftwerken ausgehen,
neu bewusst gemacht. Unfälle können nie ausgeschlossen, sehr wohl
aber die Folgen beeinflusst werden. Gerade dabei ist Österreich
weltweit Vorbild. Für den Fall der Fälle gibt es ein umfassendes
Bevorratungskonzept für die Kaliumjodid-Prophylaxe bei
Kernkraftwerksunfällen.

In einer bundesweiten Aktion werden im Juni dieses Jahres die
Tablettenvorräte in Schulen, Kindergärten und Horten ausgetauscht.
Außerdem liegen Tabletten für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren
sowie Schwangere und Stillende kostenlos in Apotheken und bei den
Hausärzten bereit. "Die Aktion richtet sich deshalb an diese
Zielgruppe, weil nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in
Weißrussland, der Ukraine und Russland überdurchschnittlich viele
Kinder an Schilddrüsenkrebs erkrankt sind. Die Ursache dafür war
radioaktives Jod. Werden Kaliumjodid-Tabletten aber rechtzeitig
eingenommen, schützen sie wirksam gegen die Aufnahme von radioaktivem
Jod in die Schilddrüse und somit die Kinder gegen Schilddrüsenkrebs.
Eine weitere wesentliche Maßnahme ist das rasche Aufsuchen von
schützenden Gebäuden", sagt Mag. Andrea Lehner vom Österreichischen
Roten Kreuz.

Im Katastrophenfall dürfen Kaliumjodid-Tabletten nur nach
ausdrücklicher Aufforderung durch die Behörden verabreicht werden.
Lehner: "Diese Aufforderung via Medien und Lautsprecherwagen ist nur
dann zu erwarten, wenn es in Grenznähe zu einem schweren
Kernkraftwerksunfall kommt, bei dem massiv radioaktives Jod
freigesetzt wird und aufgrund der Wetterbedingungen damit zu rechnen
ist, dass das Jod nach Österreich verfrachtet wird. Eltern und Lehrer
sollten bedenken, dass diese Aufforderung zu der Zeit kommen kann, in
der die Kinder in der Schule oder im Hort sitzen."

In Schulen oder sonstigen öffentlichen Einrichtungen dürfen die
Tabletten nur an Kinder verabreicht werden, wenn die Eltern zu einem
früheren Zeitpunkt eine schriftliche Einverständniserklärung
abgegeben haben. Am besten werden die Tabletten zerdrückt und mit
viel Flüssigkeit oder einer kleinen Mahlzeit eingenommen. Die
Gebrauchsinformation gibt die notwendigen Dosierungshinweise.

Die kommende Bevorratungs- bzw. Austauschaktion wird unter anderem
von Bildungsministerium, Gesundheitsministerium, dem
Zivilschutzverband und den Elternvereinen unterstützt. Lehner: "Dabei
handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Bei einem Unfall
aber ist ein solcher Tablettenvorrat eine wichtige
Strahlenschutzmaßnahme."

Rückfragehinweis: Rückfragehinweis:

ÖRK Pressestelle
Tel.: 01/58900-152
www.roteskreuz.at

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