Flenreiss: Österreich nimmt Vorreiterrolle bei Zeitarbeitnehmer ein!

EU-Kommissionsvorschlag zum Schutz von Zeitarbeitnehmern angenommen

Wien (PWK281) - "Die EU-Kommission hat am 20. März einen Entwurf für einen Rechtsakt angenommen, der Zeitarbeitnehmern EU-weit ein Mindestmaß an Schutz gewähren und gleichzeitig einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Sektors leisten soll. Grundsätzlich ist diese Entwicklung ein Schritt in die richtige Richtung. Österreich ist allerdings nur indirekt betroffen, da wir mittlerweile einen rechtskräftigen Kollektivvertrag haben - gemeinsam mit den Niederlanden nehmen wir damit EU-weit eine Vorreiterrolle ein", sagte heute, Montag, Gerhard Flenreiss, Berufsgruppenobmann in Österreich. Dieser Kollektivvertrag sei sehr zu begrüßen, da die neue Richtlinie ohne Kollektivvertrag wesentlich schwerer umzusetzen wäre und auch wesentlich teurer käme. "Diese Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung verdanken wir der funktionierenden Sozialpartnerschaft in Österreich", so Flenreiss.

Der Vorschlag wurde ausgearbeitet, nachdem die Verhandlungen der Sozialpartner auf EU-Ebene nach zwölfmonatiger Dauer gescheitert waren. Er stellt den Grundsatz auf, dass Zeitarbeitnehmer bezüglich der Arbeitsbedingung (auch des Entgelts) gegenüber vergleichbaren Arbeitnehmern des entleihenden Unternehmens nicht diskriminiert werden dürfen, sobald sie sechs Wochen in ein- und demselben Unternehmen tätig waren.

Es besteht jedoch ein erheblicher Spielraum, etwa wenn "objektive Gründe zur Ausnahme vorliegen", wenn ein Tarifvertrag existiert, wenn der Zeitarbeitnehmer einen unbefristeten Vertrag mit seinem Arbeitgeber abgeschlossen hat oder wenn weder vergleichbare Arbeitnehmer im Kundenunternehmen noch ein Tarifvertrag existieren.

Internationalen Daten zufolge beträgt der Anteil der Zeitarbeitnehmer an der Gesamterwerbstätigenzahl in den Niederlanden 4%, in Luxemburg 3,5%, in Frankreich 2,7%, in UK 2,1%, in Belgien 1,6%, in Österreich 1,6%, in Portugal 1%, in Spanien und Schweden 0,8%, in Finnland und Irland 0,6% und in Italien 0,2%. Über Griechenland liegen keine Daten vor. In den meisten Mitgliedsstaaten dauern 90% der Überlassungen weniger als 6 Monate, in Frankreich und Deutschland weniger als einen Monat. In Österreich hat die Anzahl der länger dauernden Überlassungen zugenommen, besonders bei den Angestellten mit 39%. Arbeiter werden deutlich kürzer überlassen als Angestellte. 30% der Arbeiter (m/w) werden länger als ein halbes Jahr überlassen. (us)

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