Schennach: ORF darf sich Haider-Druck nicht beugen

Haider und KHD sind nicht Maßstab für Bewertung geschichtlicher Ereignisse

OTS (Wien) - "Die Geschichte Kärntens ist vielschichtig und lässt sich nicht auf jene Geschichtsschreibung reduzieren, wie sie Haider und der Kärntner Heimatdienst (KHD) sehen. Der Versuch, auf den ORF Druck zu machen, den Stiftungsratsvorsitzenden zur politischen Intervention aufzufordern, eine neuerliche 'Brennpunkt'-Dokumentation über die Geschichte der Kärntner Partisanen mit einer Haider-konformen Lesart zu präsentieren, bedeutet eine Missachtung der Unabhängigkeit des ORF und der journalistischen Arbeit", stellt der Mediensprecher der Grünen, Stefan Schennach fest.

"Es ist dies nach der Wahl der neuen Geschäftsführung der erste massive Angriff Haiders auf den ORF. Generaldirektorin Lindner und Informationsdirektor Draxler wären gut beraten,
diesem Druck keinen Millimeter nachzugeben. Weder Haider noch der KHD sind der Objektivität verpflichtet, - im Gegensatz zum ORF. Die Dokumentation der Geschichte vollzieht sich nach anderen Gesichtspunkten, als nach politischen Interpretationen. Haider wird zur Kenntnis nehmen müssen, dass er zwar Landeshauptmann ist, nicht jedoch die letzte Instanz in Sachen Auslegung der Geschichte jenes Bundeslandes, dem er vorsteht. Eine solche Sichtweise mag in Bagdad bei Saddam Hussein üblich sein, nicht jedoch in einem Land, in dem der öffentlich-rechtliche ORF zur journalistischen Sorgfaltspflicht und Objektivität verpflichtet und nicht zur Hofberichtserstattung oder Geschichtsrevisionismus angehalten ist", schließt Schennach.

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