"profil": Rosenstingl droht früheren Parteifreunden

Ex-FPÖ-Abgeordneter will Buch über seinen Fall und die Haft schreiben - Partei wäre informiert gewesen - Buch soll neue Fakten enthalten

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nimmt Peter Rosenstingl, der frühere FPÖ-Nationalratsabgeordnete, erstmals seit seiner Haftentlassung in einem ausführlichen Printmedien-Interview zu seinem Fall Stellung.

Gegenüber "profil" kündigt Rosenstingl an, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Cornelia Gretsch ein Buch zu veröffentlichen. Rosenstingl: "Das Buch soll darstellen, wie man sich fühlt, wenn man so etwas erlebt. Es wird aber Fakten enthalten, die bisher noch nicht bekannt sind."

Er habe, so Rosenstingl, während des Prozesses niemanden persönlich angegriffen. Manche in der Partei, die während seines Prozesses geschwiegen hätten, müssten sich allerdings überlegen, wie sie sich in Zukunft verhalten. Auf die Frage, ob sich die FPÖ in Zusammenhang mit seinem Fall abgeputzt habe, meint Rosenstingl: "So sehe ich das."

Den Vorwurf, er hätte Gelder der FPÖ Niederösterreich zweckentfremdet, weist Rosenstingl zurück: "Zweckentfremdet wären sie dann geworden, wenn ich das geheim gemacht hätte. Ich erhielt von der FPÖ Niederöstereich Gelder zur Veranlagung. Dass jetzt alle sagen, sie haben davon nichts gewusst, ist unglaubwürdig."

Im "profil"-Interview erklärt Rosenstingl, dass er eine Wiederaufnahme seines Verfahrens anstrebe. Rosenstingl: "Ich will die Urteilsbegründung widerlegen und bin dabei, Unterlagen zusammen zu stellen, die ich beim Prozess noch nicht hatte." Er sei, so Rosenstingl, von seinem Bruder Herbert hintergangen worden.

Der frühere FPÖ-Nationalratsabgeordnete hatte sich im April 1998 nach Brasilien abgesetzt, wo er im Juni des selben Jahres fest genommen wurde. Im März 2000 wurde Rosenstingl wegen Untreue und schweren Betrugs zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das Urteil wurde im September 2001 vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Im Februar 2002 wurde die gegen Rosenstingl verhängte Haftstrafe wegen seiner Herzerkrankung ausgesetzt.

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"profil"-Redaktion

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