"Kleine Zeitung" Kommentar: "Fehlleistungen" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 17.04.2002

Graz (OTS) - Zwar nicht mit Pflastersteinen und Stöcken, aber dafür mit Beschimpfungen und Beschuldigungen werden die Auseinandersetzungen um die Heldenplatz-Demonstration fortgesetzt. Auch beim Nachspiel im Parlament ist ein verbaler Schlagabtausch zu befürchten.

Während bei allen noch so emotional aufgeladenen Demonstrationen seit der politischen Wende der Exekutive bescheinigt wurde, besonnen und angemessen reagiert zu haben, muss sich diesmal die Polizei und ihre Führung gravierende Fehlleistungen vorhalten lassen.

Etwa die Nachlässigkeit, eine Baustelle nicht bewacht zu haben, bei der sich die linken Chaoten mit Wurfgeschossen bedienen konnten.

Oder das Versäumnis, die rechten Glatzen nicht an ihrem Marsch durch die Kärntnerstraße und dem "Sieg Heil!"-Gebrüll gehindert zu haben, obwohl es längst Übung ist, Fußballrowdys bei ihrem Zug von und zum Stadion polizeilich zu begleiten.

Anderes ist noch zu hinterfragen. Zum Beispiel die Behauptung von Innenminister Ernst Strasser, man habe die Demo auf dem Heldenplatz zulassen müssen, weil die Polizei "politisch nicht zu werten" habe. Das gilt für die Beamten, aber sicher nicht für ihren Chef. ****

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