DER STANDARD-Bericht: "Mehr Mitbestimmung an Unis: Studenten sollen Zweckwidmung der Studiengebühren festlegen" - Erscheinungstag 17.4.2002

Wien (OTS) - Bildungsministerin Elisabeth Gehrer versucht eine
neue Art der studentischen Mitbestimmung: Bei der Einzahlung der Studiengebühren sollen die Studenten bestimmen können, wo und wie das Geld eingesetzt wird. Im Gespräch mit dem Standard kündigte sie zwei weitere Maßnahmen zur Verstärkung der Mitwirkung der Studierenden an.

Erstens: Die Beurteilung der Professoren (bisher sporadisch) soll verbindlich sein und auf Homepages veröffentlicht werden. Zweitens:
Die Mitbestimmung der Betroffenen bei den Studienplänen soll im Vergleich zum bisherigen Gesetzesentwurf massiver sein.

Bei der Zweckwidmung der Studiengebühren soll der Uni- Senat (dem mehrheitlich Professoren sowie Vertreter von Studenten und Mittelbau angehören) vier Felder fixieren, in denen die Erlöse aus den Gebühren eingesetzt werden. Die Studenten kreuzen beim Einzahlen auf den Erlagscheinen ihr Feld der Wahl an. Gehrer: "Dies wäre eine klare Zielvereinbarung."

Die Beurteilung (Evaluation) der Lehrveranstaltung und der Professoren blieb bisher weitgehend folgenlos, was deren Bedeutung und Ernsthaftigkeit stark einschränkte. Die Veröffentlichung, aber auch Sanktionen bis hin zum Entzug einer Vorlesung oder eines Seminars würden die Verbindlichkeit und damit auch den Einfluss der Studierenden auf die Lehrstruktur stark erhöhen. "Ziel ist, die Qualität der Lehre zu erhöhen", lautet die Begründung Gehrers, die schließlich auch noch überlegt, wie man bei der Entstehung von Studienplänen die Studenten effizienter einbeziehen könnte. (sp)

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