"Kleine Zeitung" Kommentar: "Luftschlösser" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 13.04.2002

Graz (OTS) - Noch ist er nicht da, aber der Aufschwung ist
immerhin zum Greifen nahe: Die Wirtschaftsforscher rechnen fest mit dem Ende der Flaute und gehen von einer zügigen Erholung der Konjunktur aus.

Die gute Nachricht hört man gern, doch ist sie noch kein Grund, in Jubel auszubrechen.

Vorsicht ist weiterhin geboten. Der Optimismus, den der Finanzminister und sein Gehilfe am Tag vor der Veröffentlichung der Konjunkturprognose verbreiteten, hatte mit der Realität wenig zu tun. Karl-Heinz Grasser und Alfred Finz schwadronierten von einer Senkung der Abgabenquote von derzeit 46 Prozent auf unter 40 Prozent bis zum Ende dieses Jahrzehnts.

Wie sie das machen wollen?

Ganz einfach: Durch "Strukturreformen" sollen 20 Milliarden eingespart werden - Euro natürlich, was in alten Schilling die stolze Summe von 275 Milliarden ausmacht.

Der Blick in die Zukunft hat offensichtlich das Auge für die Gegenwart getrübt. Da die Steuervorauszahlungen bereits eingestreift wurden und die Reservefonds ausgeräumt sind, wird es verdammt schwierig, 2002 und 2003 das Nulldefizit zu halten.

An dieser Aufgabe soll Grasser arbeiten statt Luftschlösser zu basteln. ****

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