Seniorenbund beschließt Positionspapier "Mitten im Leben. Sicher in die Zukunft."

10. a.o. Bundesseniorentag und 15.a.o. Bundeshauptversammlung des Österreichischen Seniorenbundes beschließt neues Grundsatzpapier !

Wien (OTS) - Auf dem heute zuende gegangenen Bundesseniorentag des Österreichischen Seniorenbundes wurde von über 150 Delegierten aus ganz Österreich das neue Positionspapier "Mitten im Leben. Sicher in die Zukunft." in einer lebhaften Diskussion eingehend diskutiert, aber letztlich einstimmig beschlossen. Damit liegt erstmals ein von Experten des Seniorenbundes erarbeitetes Grundsatzpapier vor, das zu allen relevanten Aspekten der zukünftigen Sicherung des Pensions- und Gesundheitssystems klare Antworten gibt, mit denen in einem generationenübergreifenden Dialog ab sofort Schritte zur Realisierung entwickelt werden können.

Ab Herbst diese Jahres werden große Informationskonferenzen in allen Bundesländern den gesamten Seniorenbund mit seinen über 2000 Ortsgruppen aktiv in einem zukunftsweisenden Prozess politischer Arbeit im Interesse der zwei Millionen Pensionisten einbinden.

Initiator dieses Positionspapiers Bundesobmann Stefan Knafl betonte in seiner Ansprache, die Bedeutung der großen Wählergruppe der Senioren mit rund 30 Prozent aller Wahlberechtigten. Er hob hervor, dass mit dem Österreichischen Seniorenrat, dem Dachverband aller großen österreichischen Seniorenorganisationen, zwar bereits eine gesetzliche Interessenvertretung existiert, in der Praxis diese aber noch nicht von allen Entscheidungsträgern als echter Sozialpartner anerkannt wird. Genau dies müsse sich in Zukunft aber ändern. Knafl forderte, dass die Senioren in allen Angelegenheiten, die ihre Interessen betreffen, auf Bundes-, Landes- und Gemeinderatsebene als gleichberechtigter Partner mitreden, mitentscheiden und mitverantworten können müssen."

Ebenfalls betonte Knafl die Bedeutung der Verankerung eines Diskriminierungsverbotes auf Grund des Alters, eines Grundrechtes auf Alterssicherung und der Einführung der Briefwahl in die österreichische Bundesverfassung.

Knafl dazu: "Ich fordere den sozialistischen Pensionistenverband auf, im Rahmen der SPÖ dafür zu sorgen, dass ihre Partei nicht weiter diese für Senioren wesentliche verfassungsrechtlichen Änderungen verhindert, damit sie noch vor dem Sommer im Parlament beschlossen werden können".

Die weiteren Eckpunkte des richtungsweisenden Seniorenbund-Positionspapiers sind:

- Langfristige Finanzierbarkeit der Pensionsversicherung, insbesondere durch Erhöhung der Erwerbsquote für ältere Menschen.

- Änderung der Pensionsanpassung: Die Pensionen müssen zumindest im Ausmaß der Inflationsrate angepasst werden.

- Neues Pensionsrecht für Frauen: Eigenständige Frauenpensionen, wobei neben Zeiten eigener Erwerbstätigkeit auch Zeiten innerfamiliärer Arbeit (Erziehungs- und Betreuungsarbeiten) pensionsbegründend sein sollen.

- Langfristige Sicherung unseres Gesundheitswesens unter Beibehaltung des Solidaritätsprinzips und der Pflichtversicherung. Die ambulanten Strukturen sind zu stärken, keine einseitige Beitragserhöhungen einzuführen, Selbstbehalte nur als "ultima ratio". Die Krankenversicherungs-träger sind -als Zielvorstellung zumindest langfristig - von derzeit 23 auf 4 (Arbeitnehmer, Gewerbliche Wirtschaft, Bauern, Öffentlich Bedienstete) zu reduzieren.

- Der Österreichische Seniorenbund vertritt die Auffassung, dass offene Fragen unaufgearbeiteter Geschichte mit unseren Nachbarn gemeinsam in wechselseitigen Geist von Verständnis und Achtung aufgearbeitet werden soll. Die Benes-Dekrete widersprechen, ebenso wie die Avnoj-Bestimmungen, den europäischen Grundwerten, weil sie die Grundlage für Massenvertreibungen waren und einen gravierenden Eingriff in Menschenrechte darstellen. Dieses Problem muss daher vor der Ratifikation der Beitrittsverträge gelöst sein.

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Mag. Michael Schleifer
Österreichischer Seniorenbund
Tel.: 01/401 26/154

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