ÖGB-PensionistInnen: Grasser-Vorschlag ist Hohn gegenüber Älteren

Schmölz: Wertschöpfungsabgabe anstatt Privatisierung der Pensionsvorsorge

Wien (ÖGB). Als Hohn gegenüber den älteren Menschen bezeichnet der Vorsitzende der ÖGB-PensionistInnen Johann Schmölz die Vorschläge Finanzminister Grassers zur "Sanierung des Pensionssystems". Die älteren Menschen mit der Ankündigung einer absehbaren Kürzung der Bundeszuschüsse zu den Pensionen zu verunsichern, könne nicht der Weisheit letzter Schluss sein. "Das zeugt von einer Verantwortungslosigkeit gegenüber den älteren Menschen", sagt Schmölz. Die Regierung denke kreative Lösungen zur Sicherung des solidarischen Pensionssystems gar nicht an. "Alles, worauf die Vorschläge hinauslaufen, ist einfach gesagt die Privatisierung der Pensionsvorsorge und Sozialabbau", so Schmölz.++++

Kritisch beurteilt Schmölz auch den Vorstoß nach einer gänzlichen Freigabe des Pensionsantrittsalters. "Der Vorschlag bedeutet noch stärkere Abschläge für jene, die aus gesundheitlichen Gründen nicht länger arbeiten können oder weil sie vom Arbeitgeber als zu alt befunden wurden. Bei einem Anstieg der Arbeitslosigkeit der über 60-jährigen Männer um 97 Prozent und der über 55-jährigen Frauen um 67 Prozent ein starkes Stück", so Schmölz.

Nötig seien vielmehr Maßnahmen zur Schaffung einer altersgerechten Arbeitswelt und bessere Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen. "Steigt die Erwerbsquote, wirkt sich das auch positiv auf die Sicherung der Pensionen aus", erklärt Schmölz. Der Vorsitzende der ÖGB-PensionistInnen plädiert zudem für eine Änderung bei der Finanzierung der Dienstgeberbeiträge: Bezugspunkt sollte nicht die Lohnsumme, sondern die betriebliche Wertschöpfung sein.

Schmölz abschließend: "Schluss mit der laufenden Verunsicherung der älteren Menschen. Es gibt genug Maßnahmen, die man ergreifen kann, damit unser solidarisches Umlageverfahren auch für die jüngeren Menschen erhalten bleibt." (mfr)

ÖGB, 12. April 2002 Nr. 325

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