EU-Kommission bündelt Initiativen zur Förderung von Kleinbetrieben

Christian Mandl: "Business Support Services sind wichtig, aber Rahmenbedingungen für Unternehmen müssen stimmen!"

Wien (PWK260) - Im Rahmen eines Seminars, das Donnerstag und
Freitag in der Wirtschaftskammer Österreich stattfand, präsentierte die Europäische Kommission erstmals zwei Studien, die sich mit der bedarfsgerechten Unterstützung von Klein- und Kleinstbetrieben befassen. Ziel dieser Initiativen ist es, die Diskrepanzen zwischen den bestehenden Förderprogrammen und den tatsächlich benötigten Diensten abzubauen und die Serviceeinrichtungen auf breiter Basis effizienter zu machen, erklärte der Abteilungsleiter der Generaldirektion Unternehmen in der Kommission, Karl G. Doutlik, zum Abschluss der Tagung in einem Pressegespräch.

Die Studie "Erstklassige Unterstützungsdienste für Unternehmen" wurde von der GD Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedsstaaten durchgeführt. Sie ist Grundlage eines Arbeitsdokuments, das konkrete Empfehlungen beinhaltet.

Die zweite Studie ("Unterstützungsdienste für Klein-, Kleinst- und Einpersonenunternehmen") wurde vom Österreichischen Institut für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH) erstellt und gibt einen Überblick über bestehende Programme in den Mitgliedsstaaten der Union und in Norwegen.

"Die KMUs als Rückgrat der europäischen Wirtschaft haben ein Anrecht auf erstklassige Unterstützung, um das angestrebte Wirtschaftswachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze sicherzustellen", betonte Doutlik, wobei er auf die "Erklärung von Lissabon" aus dem Jahr 2000 verwies, wonach die Union zum "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt" werden will.

Mehr als 1,7 Milliarden Euro werden jährlich von der EU zur Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben ausgegeben, insbesondere zur Förderung von Innovationen, Technologieentwicklung und Training. Betriebe, welche diese Serviceleistungen annehmen, zeigen, so Doutlik, bessere Leistungen, ein stärkeres Wachstum und schaffen auch mehr neue Arbeitsplätze. Trotzdem machten nur 20 Prozent vom reichhaltigen Angebot derartiger Unterstützungsdienste Gebrauch. Viele klagen über unkoordinierte Angebote sowie zu wenig Bedarfs- und Zielorientierung. Als Resultat dieser Entwicklung werden jetzt alle Arbeiten der Kommission auf diesem Gebiet im Projekt "Erstklassige Unterstützungsdienste" gebündelt und intensiviert. Es wurde ein "Anforderungskatalog an erstklassige Unterstützungsdienste" erstellt. Zwei Datenbanken geben einen Überblick über europaweit mehr als 2.000 Dienste.

Die Wirtschaftskammern Österreichs bieten den Klein- und Kleinstbetrieben ihrerseits ein breite Palette von Dienstleistungen. Gebündelt ist das Angebot auf dem Internetportal "wko.at". Daneben gibt es weiterhin das individuelle, persönliche Service. Bereits seit 1992 betreibt die WKÖ ein "Euro Info Center", bei dem jetzt, nach erfolgreicher Umstellung auf den Euro, Anfragen nach EU-Förderungen an erster Stelle stehen, berichtete der Leiter der Stabsabteilung EU-Koordination in der WKÖ, Christian Mandl. Viele Anfragen betreffen die komplizierten Mehrwertsteuerregelungen oder andere nicht harmonisierte Steuern. In vielen Fällen hilft die WKÖ den Unternehmen auch bei der Durchsetzung ihrer Rechte im Binnenmarkt.

"Business Services sind allerdings nicht dazu da, das Versagen der Politik, speziell der KMU-Politik, durch teure Programme auszugleichen. Neben sehr guten Business Support Services müssen daher auch die Rahmenbedingungen stimmen", unterstrich Mandl. Wichtige Voraussetzungen für KMUs seien die Reduktion von Bürokratie durch "One-Stop-Shops" und "e-Government", die Entlastung im Steuer-und Sozialbereich (Lohnnebenkosten!) sowie die Bereitstellung von Risikokapital und die Vermeidung von Problemen im Zusammenhang mit "Basel II".

Wie Sonja Sheikh vom IfGH hervorhob, sind österreichische Kleinbetriebe über das Angebot von Unterstützungsdiensten deutlich besser informiert als Unternehmen in anderen Ländern. Mit einem Anteil von 36 Prozent liege der Informationsstand "signifikant über dem EU-Durchschnitt von 24 Prozent". Nur in Belgien und in den Niederland sei dieser Anteil noch höher als in Österreich. (hp)

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