ÖGJ: Welche soziale Kompetenz, Herr Jugendminister Haupt?

Maringer: "Es ist Verhöhnung angesichts Tausender arbeitsloser Jugendlicher von sozialer Kompetenz zu sprechen."

Wien (ÖGJ). Als interessant wertet Albert Maringer, Bundesvorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), die von Minister Haupt gepriesene market-Umfrage zur Jugendpolitik. "Sich mit Eigenlob zu überschütten, während Tausende Studierende gegen die Studiengebühren kämpfen, Zivildiener vor Gericht gehen müssen, um eine gerechte Entlohnung zu bekommen und Tausende Jugendliche ohne Job oder Ausbildung dastehen, ist Realitätsverweigerung pur", so Maringer. "Für mich lässt dies nur eine Schlussfolgerung zu: Dass die wirklich betroffenen Gruppen bei der Befragung gar nicht zu Wort kamen."++++

Auch die Aussage, dass die Bundesregierung wichtige Anliegen und Bedürfnisse der jungen Menschen wahrnimmt und in Zusammenarbeit mit den Jugendorganisationen umsetzt, hält Maringer für nicht mehr als trockenen Humor. "Also entweder ich kann die Aussage so deuten, dass Arbeit und Ausbildung für die jungen Menschen kein wichtiges Anliegen und Bedürfnis sind oder uns wird zu verstehen gegeben, dass die Regierung eben nur mit ihnen genehmen Jugendorganisationen zusammenarbeitet. Denn obwohl die Jugendarbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um mehr als 25 Prozent angestiegen ist und Tausende Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden, ist es der Regierung bis jetzt nicht der Mühe wert gewesen, der Forderung der ÖGJ, der größte Vertretung der jugendlichen ArbeitnehmerInnen, nach einem Jugendbeschäftigungsgipfel nachzukommen.", so der Bundesvorsitzende.

"Wenn es Minister Haupt ernst ist mit einer vorbildlichen Jugendpolitik, dann verlangen wir, dass er damit aufhört den Jugendlichen Sand in die Augen zu streuen und stattdessen gemeinsam mit seinen Regierungskollegen endlich das Gespräch sucht. Wir sind jederzeit bereit unsere Vorschläge auf den Tisch zu legen", so Maringer abschließend!

ÖGB, 12. April 2002 Nr. 324

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