Wichtiger Schritt zur Erreichung des Kyoto-Reduktionszieles

Industrie begrüßt Kooperation mit Tschechien - Klimaschutz als Triebfeder für Energieeffizienz und Technologie-Export

Wien (PWK259) - Als wichtigen Schritt beurteilt die
österreichische Industrie das von Umweltminister Wilhelm Molterer und dem tschechischen Umweltminister Kuzvart kürzlich unterzeichnete "Memorandum of understanding" zur Zusammenarbeit im Bereich der Energieeffizienz.

Die zwischen Österreich und Tschechien abgeschlossene Vereinbarung hat mehrere positive Aspekte. Sie bildet eine wichtige Vorstufe zur Durchführung sogenannter Joint-Implementation-Projekte, die Österreich zur Erfüllung seiner hohen Reduktionsverpflichtung aus dem kürzlich ratifizierten Kyoto-Protokoll unbedingt möglichst frühzeitig durchführen sollte. Dies gilt vor allem deshalb, weil Emissionsreduktionen im benachbarten Ausland weit günstiger kommen als im Inland, wo ohnehin bereits höchste Standards erfüllt werden. Gleichzeitig werden mit derartigen Projekten auch Exportchancen für innovative heimische Unternehmen in den Bereichen Energieberatung und Umwelttechnologien eröffnet. Und natürlich leisten diese Projekte durch Technologieimpulse und langfristige Kosteneinsparungen auch einen Beitrag zur nachhaltigen Modernisierung der industriellen und energiewirtschaftlichen Strukturen unserer Nachbarländer, die sich in einer Abnahme des Schadstoff-Eintrags nach Österreich bemerkbar machen wird", meint Oliver Dworak, umweltpolitischer Referent der Bundessparte Industrie in der WKÖ.

Mit der Anwendung der beiden "flexiblen Mechanismen" Joint Implementation (JI) und Clean Development Mechanism (CDM) soll ein wichtiger Beitrag zur möglichst flexiblen und kosteneffizienten Erreichung des von Österreich eingegangenen und im EU-Vergleich überdurchschnittlich hohen Kyoto-Reduktionsziels von 13 % der Treibhausgase geleistet werden.

Zweck derartiger "Memoranda of understanding" mit potentiellen Partnerländern ist die Erleichterung und Standardisierung der Abwicklung solcher Projekte und des damit verbundenen Transfers von Emissionsreduktionseinheiten sowie eine erhöhte Investitionssicherheit für die beteiligten Unternehmen.

Bereits im Juli 2001 hat der Ministerrat einen jährlichen Finanzierungsrahmen für JI- und CDM-Projekte im Ausmaß von 36 Millionen Euro beschlossen - mit dem Ziel, öffentliche Mittel so zu verwenden, dass pro eingesetztem Euro der größtmögliche Klima-Effekt erreicht werden kann. "Um jedoch den bestmöglichen Einsatz dieser Mittel sicherzustellen und der langen Vorbereitungszeit bis zur tatsächlichen Übertragung von Emissionszertifikaten Rechnung zu tragen, ist es jetzt aber auch notwendig, die Vorbereitungen für ein österreichisches JI-CDM-Programm unter Einbindung der für die Durchführung derartiger Projekte in Frage kommenden Unternehmen möglichst rasch abzuschließen. Dabei ist insbesondere auf die Integration von JI-und CDM-Projekten in das geplante EU-Emissionshandelssystem Bedacht zu nehmen, um extreme Wettbewerbsnachteile österreichischer Unternehmen durch das hohe nationale Minderungsziel möglichst zu vermeiden", fordert Dworak. (hp)

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