Faymann zur Neugestaltung der ehemaligen "Stadt des Kindes"

Wien, (OTS) "Mit der Neugestaltung und Neunutzung von Gebäuden und Arealen, die ihre ursprüngliche Funktion verloren haben, hat die Stadt bereits positive Erfahrungen gemacht. Sei es mit den Gasometern, mit der Remise Kreuzgasse im 18. Bezirk mit der "Eisfabrik" im 20. Bezirk oder mit der ehemaligen Zahnradfabrik und der Waffelfabrik in Ottakring. Mit Hilfe der Mittel der Wiener Wohnbauförderung konnten dort neue Projekte entwickelt werden, sodass diese stillgelegten Betriebe und Einrichtungen zu beliebten neuen Wohnadressen und Wiener Stadtteilen wurden.

Die "Stadt des Kindes" erfüllt aufgrund ihrer Lage und ihrer Größe von mehr als 50.000 m² sehr gute Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte Projektentwicklung. Daher soll in einem Wettbewerb die beste Nutzungsvariante ermittelt werden. Bei der Jurierung werden schwerpunktmäßig die Ideen zur Erhaltung und Neugestaltung berücksichtigt. In jedem Fall muss das Schwimmbad und der Sportplatz erhalten bleiben", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann.

Die "Stadt des Kindes" ist das Ergebnis eines Ende der 60er Jahre stattgefundenen Wettbewerbs, bei dem es darum gegangen ist, eine Alternative zur bis dahin üblichen "geschlossenen Form" der Jugendheime zu schaffen. Der Architekt Anton Schweighofer gewann diesen Wettbewerb und nach seinen Plänen wurde die "Stadt des Kindes" errichtet. Sie setzte bei ihrer Besiedlung im Jahr 1974 mit ihrer transparenten und offenen Gestaltung eine neue Dimension für eine damals zeitgemäße Jugendbetreuung.

Mitte der 90er Jahre hat die Stadt Wien ihr Konzept der Jugendbetreuung im Einklang mit den internationalen Entwicklungen in der Sozialpädagogik strategisch neu ausgerichtet. Dadurch kam es zu einer Dezentralisierung der Jugendbetreuung. Statt einer großen, zentralen Anlage setzt man seitdem auf viele kleine, im Stadtgebiet verteilte Wohneinheiten. Die Stadt des Kindes hat deshalb ihre bisherige Funktion verloren. Die letzten Kinder- und Jugendgruppen verlassen das Jugendheim im Herbst 2002.

Die Stadt hat jetzt im Februar ein Auswahlverfahren ins Leben gerufen, das für die Veräußerung die möglichst optimale Entwicklung und Neunutzung voraussetzt. Bis 10. Mai 2002 haben die Bewerber Zeit, ihre Ideen zu liefern. Eine Jury unter Vorsitz von Arch. Univ. -Prof. Dipl.-Ing. Dr. Klaus Semsroth (TU Wien, Institut für Städtebau) wird die eingereichten Projekte Ende Mai nach einem zuvor festgelegten Punktesystem bewerten.

Das Preisangebot der Wettbewerbsteilnehmer für das Grundstück spielt mit 40 Prozent natürlich eine entscheidende Rolle. Der Schwerpunkt der Jurykriterien liegt aber mit 60 Prozent bei den Ideen zur Neunutzung des Gebäudekomplexes, samt Sport- und Freizeiteinrichtungen und Grünräume.

Die weiteren Juroren sind:

o Architekt em. Univ.-Prof Mag. Dr. Anton Schweighofer, Wien
o Architektin Univ.-Prof. DI Kerstin Dörhofer, Berlin
o Prok. Josef Frühwirth, WBSF
o DI Heinz Gerstbach, Bezirksvorsteher des 13. Bezirks
o Andrea Kalchbrenner, Bezirksvorsteherin des 14. Bezirks
o Mag. Josef Herwei, MA 69
o OSR DI Wilhelm Wimer, MD-Stadtbaudirektion, Gruppe Hochbau

Die Stadt des Kindes liegt etwa 12 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt am Fuß des Mühlbergs am Rande des Wienerwalds. Südlich des fast 51.000 m² großen Areals liegt der Lainzer Tiergarten mit Wald-und Wiesenflächen. Im Norden und Osten schließen Wohn- und Gewerbegebiete an. "Eine ausreichende Versorgung mit sozialer Infrastruktur (Kindergarten, Schule) für die ca. 150 neuen Wohnungen die wir als Wettbewerbsergebnis ist vorhanden" so StR Faymann. (Schluss) gmp

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