GATTERER: GESUNDHEITSPOLITIK MUSS SICH DEMOGRAPHISCHEM WANDEL UNSERER GESELLSCHAFT ANPASSEN

ÖVP-Abgeordnete bei Zukunftsgespräch "Gesund alt werden - ein demographischer Strukturwandel"

Wien, 12. April 2002 (ÖVP-PK) "Ich halte es für außerordentlich wichtig, dass sich die Gesundheitspolitik dem demographischen Wandel unserer Gesellschaft anpasst. Da die Bevölkerung immer älter wird, müssen wir wissen, was uns die alten Menschen wert sind." Das erklärte ÖVP-Abg. Edeltraud Gatterer gestern, Donnerstag, im Rahmen eines Expertengespräches zum Thema "Gesund alt werden - ein demographischer Strukturwandel" des Wiener ÖVP-Rathausklubs. An diesem Zukunftsgespräch nahmen u.a. Generaldirekor Dr. Kutzenberger von der Statistik Austria, Frau Univ.Doz. Dr. Seidl und ÖVP-Landtagsabgeordnete Ingrid Korosec teil. Gatterer selbst hat sich in den letzten Jahren als Expertin beim Thema über todkranke und sterbende Menschen einen Namen gemacht.****

Für eine erfolgreiche Sozialpolitik müssen langfristige Programme geschaffen werden, unterstrich Gatterer. Die ÖVP habe - wie mit der Verwirklichung der Karenz zur Sterbebegleitung -, auf diesem Gebiet schon vieles in positiver Richtung verändert. Bei der "Sterbekarenz" soll es durch eine unbezahlte Freistellung auch Berufstätigen möglich sein, sechs Monate lang seine todkranken und sterbende Angehörigen zu betreuen.

Wie Gatterer betonte, gebe es kein generelles Muster des Alterns. "Altern ist ein individueller Prozess und verlangt, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, um ein würdiges Altwerden in unserer Gesellschaft zu ermöglichen."

Generaldirektor Kutzenberger sprach von einem "großen Druck auf das Pflegesystem", da es in Zukunft viel mehr alte Menschen geben werde, die die Pflege durch andere in Anspruch nehmen. "Die demographische Alterung der Gesellschaft in Österreich ist eine Tatsache und die Politik muss hier dringend eingreifen. Denn wenn die Menschen aus den 60erJahrgängen in Pension gehen werden, wird die Zahl jener Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, rapide ansteigen. Da die Anzahl der jüngeren Menschen in Zukunft weiter zurückgehen und die Bevölkerung insgesamt immer älter wird, kommt auf uns großer Handlungsbedarf zu."

Universitätsdozentin Seidl unterstrich in ihrem Redebeitrag, dass der künftige Pflegenotstand in Österreich nicht zu unterschätzen sei. Es sei wichtig, dass Angehörige bei der Pflege von alten Menschen unterstützt werden, "denn in Österreich ist ein viel zu großer Teil der pflegebedürftigen Menschen in stationären Einrichtungen untergebracht." Ebenso wie Gatterer sprach sich auch Seidl für die Aufwertung des Pflegeberufes aus. Darüber hinaus solle es in Österreich eine universitäre Ausbildung für den Bereich der Pflege geben soll.

"Heute wollen viele alte Menschen im Zentrum der Gesellschaft stehen", sagte ÖVP-Landtagsabgeordnete Ingrid Korosec und sprach in diesem Zusammenhang von der "gewonnenen Generation" der alten Menschen. In der Politik müsste man hier aber mehr differenzieren, "denn man kann nicht alle alten Menschen mit oft sehr unterschiedlichen Bedürfnissen über einen Kamm scheren." So sprach sie von einer "Ressourcenvergeudung", wenn Menschen in einen "erzwungenen Ruhezustand" gebracht werden, obwohl sie aktiv einen Beitrag in der Gesellschaft leisten könnten. "Alte Menschen werden in der Gesellschaft gebraucht und es ist wichtig, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, das alten Menschen dieses Gefühl des Gebrauchtwerdens auch vermittelt", betonte Korosec. Denn "wer von anderen Menschen für wertvoll gehalten wird, hat auch große Chancen, wertvoll zu sein." Auch die Medien seien gefragt, diese neuen Bilder der älteren Generation zu kommunizieren, "denn alt sein bedeutet heute nicht mehr, auf der Parkbank sitzen und Tauben füttern." Es ist wichtig eine "Kultur des späten Lebens" zu schaffen und es ist eine spannende Aufgabe hier mitzuarbeiten", so Korosec.
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