Die ÖBB verbrauchen 2001 erstmals weniger Strom

Hochleistungslokomotive hilft Stromsparen

Wien (OTS) - Als voller Erfolg erwies sich das ÖBB-Maßnahmenpaket zur Reduktion des Jahres-Energieverbrauchs. Der stete Aufwärtstrend des Strombedarfs der letzten Jahre konnte 2001 nicht nur gestoppt werden, es ergab sich darüber hinaus ein Rückgang um fast 2,2%. Mit der eingesparten Energie ließen sich 14.000 österreichische Haushalte ein Jahr lang versorgen. Eine Entlastung für Umwelt und Budget, die letzten Endes wieder den Kunden zugute kommt. Einen wesentlichen Anteil daran hat die neue Hochleistungslokomotive Taurus.

Die Hochleistungslok Taurus - Sparen beim Fahren

Erste Auswertungen belegen, dass ein großer Teil der Einsparungen auf die Hochleistungslokomotive Taurus zurückzuführen ist. Denn der Taurus besticht neben Design und Leistung vor allem durch Effizienz. So hat die Hochleistungsrückspeisebremse des Taurus maßgeblichen Anteil am Energiespar-Erfolg der ÖBB. Im Schnitt werden über zehn Prozent des von den Loks dieser Baureihe aufgenommenen Traktionsstroms in die Fahrleitung zurückgespeist und wiederverwertet. Die Taurus-Flotte "erfuhr" so gemeinsam mit anderen Rückspeiselokomotiven im ÖBB-Netz eine Gesamtrückspeisung von ca. 25 GWh. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 7.000 Haushalten. Das Bestechende daran: während Betriebskosteneinsparungen dieser Größenordnung sonst oft nur durch deutlich spürbaren Leistungsverzicht möglich sind, vermindern Rückspeisebremsen den Energieverbrauch, ohne die Traktionsleistung zu beeinflussen.

Stromsparen als Teamarbeit mit Hightech-Lösungen

Die ÖBB verstehen sich nicht nur aufs Bahnfahren, sondern haben auch Energie-Know-how. Ein Drittel des nötigen Bahnstroms wird in eigenen, umweltschonenden Wasserkraftwerken erzeugt. Bahnstrom ist eine speziell für den elektrischen Zugbetrieb geeignete Stromform mit der Frequenz von 162/3 Hertz. Für die ÖBB betreibt der Geschäftsbereich Kraftwerke acht Wasserkraftwerke für die Erzeugung von 162/3 Hz-Bahnstrom sowie fünf Umformerwerke, um Strom aus dem öffentlichen Hochspannungsnetz übernehmen zu können.

Der Rückgang des Energieverbrauchs im letzten Jahr basiert auf einer Kombination von Hightech-Lösungen und Teamarbeit im gesamten Unternehmen. Neben dem Taurus tragen auch Schulungen für Fahrdienstleiter, Disponenten und nicht zuletzt für Triebfahrzeugführer zu diesem Erfolg bei. Denn vorausschauend fahren bedeutet energiebewusst unterwegs sein.

In ihrem Bestreben den Energieverbrauch zu optimieren, machen sich die ÖBB auch modernste Technik zunutze. Zur Minimierung von Strom-Übertragungsverlusten kommt das rechnergestützte Verfahren der sogenannten Spannungs-Blindleistungsoptimierung (BLOPT) zum Einsatz. Dadurch konnte der Bahnstromverbrauch im letzten Jahr bereits deutlich gesenkt werden. Dieses europaweit bisher einzigartige Projekt belegt einmal mehr die Vorreiterrolle der ÖBB unter internationalen Bahnen.

Ähnliche Erfolge wurden auch mit dem Einsatz des Computerprogramms "Dynamis" eingefahren. Dieses Planungsinstrument ermöglicht die Simulation des Traktionsenergieverbrauchs und energieintensiver Einflüsse wie z. B. Geschwindigkeitswechsel. Dadurch können punktgenaue Planungen zum ressourcenschonenden und wirtschaftlich optimalen Einsatz der Triebfahrzeuge durchgeführt werden.

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