AK: Steigende Arbeitslosigkeit verstärkt ungleiche Einkommensverteilung

AK fordert mehr Mittel für eine aktive Arbeitsmarktpolitik

Wien (AK) - Die steigende Arbeitslosigkeit und der wachsende Druck am Arbeitsmarkt verstärken die ungleiche Verteilung von Löhnen und Gehältern: Das ist der Hauptergebnis der Wirtschaftswissenschaftlichen Tagung der AK. Nominell haben sich die Einkommen von 1980 bis 1999 mehr als verdoppelt - das mittlere Einkommen erhöhte sich um 113 Prozent. Im oberen Einkommensbereich waren die Zuwachsraten aber stärker als im unteren Einkommensbereich. Wichtigster Grund dafür ist der versärkte Druck am Arbeitsmarkt durch das Ansteigen der Arbeitslosigkeit und der damit verbundene rasante Anstieg von unfreiwilliger Teilzeitarbeit. Vor dem Hintergrund der dramatischen Arbeitsmarkt-Entwicklung müssen auch mehr Arbeitnehmer schlechter bezahlte Arbeit annehmen, stellen die AK-ExpertInnen fest. Die Tatenlosigkeit der Regierung in der Arbeitsmarktpolitik, eine schlecht vorbereitete EU-Erweiterung ohne ausreichenden Schutz für den Arbeitsmarkt und die von der Regierung geplante Ausweitung des Saisonier-Modells auf alle Branchen, können diese Entwicklung noch verstärken, warnt die AK. ****

Die AK fordert daher:
+ Mehr Mittel für die Arbeitsmarktpolitik: Obwohl es das Geld im AMS gibt, erhöht die Regierung die Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitk nicht und hofft statt dessen auf ein Wunder der Konjunktur.

+ Verstärkung der Aus- und Weiterbildung. Das Recht auf Qualifizierung für Arbeitslose. Keine Verschlechterung der Zumutbarkeitsbestimmungen für Arbeitslose.

+ Ausreichenden Schutz für den Arbeitsmarkt bei der EU-Erweiterung. Eine bloße Übergangsfrist allein bietet zu wenig Schutz.

+ Keine Ausweitung der Saisonarbeit. Die geplante Ausweitung des Saisonier-Modells auf alle Branchen wird zu einem Verdrängungswettbewerb am Arbeitsmarkt in allen Branchen führen.

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