Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" im Semperdepot

Die zweite Schau des Hamburger Instituts für Sozialforschung folgt einem neuen Konzept

Wien, (OTS) "Diese von der Stadt Wien finanziell unterstützte Ausstellung setzt Maßstäbe für den öffentlichen Diskurs. Sie will nicht polarisieren und verurteilen, sondern das Verstehen fördern und zum Dialog zwischen den Generationen anregen", erklärte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny im Mediengespräch zur Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944", die am Montag abend im Mehrzwecksaal des Atelierhauses der Akademie der bildenden Künste (Semperdepot, 6, Lehargasse 8) eröffnet wird.****

Die erste Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" des Hamburger Instituts für Sozialforschung, die zwischen 1995 und 1999 in 33 Städten Deutschlands und Österreichs gezeigt wurde, löste heftige positive und negative Reaktionen aus und geriet wegen angeblich falsch zugeordneter Fotos und Bildlegenden unter Beschuss.

"In unserem nun präsentierten völlig neuen Ausstellungskonzept wurden die präsentierten Fotos einem kritischen Quellenstudium unterzogen", betonte Kuratorin Ulrike Jureit.

Die Ausstellung dokumentiert am Beispiel der Kriegsschauplätze im Osten und in Südosteuropa sechs Dimensionen des Vernichtungskrieges: Völkermord an sowjetischen Juden, Massensterben der sowjetischen Kriegsgefangenen, Ernährungskrieg, Deportationen und Zwangsarbeit, Partisanenkrieg, Repressalien und Geiselerschießungen. Im Ausstellungsbereich "Handlungsspielräume" wird in insgesamt acht Geschichten gezeigt, dass der Vernichtungskrieg kein Ort abstrakter Dynamik, sondern gestaffelter Entscheidungen und individueller Verantwortlichkeiten war. In einem weiteren Ausstellungsraum wird die mediale Auseinandersetzung mit der ersten Wehrmachtsausstellung präsentiert.

Das Büro trafo K. hat gemeinsam mit der Akademie der bildenden Künste ein umfangreiches und vielschichtiges Führungsangebot -speziell auch für Schulklassen - ausgearbeitet. Informationen und Anmeldung: Montag bis Freitag 10 bis 13 Uhr,
Tel. 4277/41241

Rahmenprogramm zur Ausstellung:
o Diskussionsveranstaltung "Die umkämpfte Gegenwart", 13. April, 18 Uhr in der Akademie der bildenden Künste (1, Schillerplatz 3), Eintritt frei
o Symposion "Krieg, Verbrechen, Retrospektiven", von 16. bis
18. Mai in der Aula am Campus, Altes AKH (9, Spitalgasse 2-4), Eintritt frei.

Die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" ist bis 26. Mai im Semperdepot (6, Lehargasse 8) zu besichtigen (Eintrittspreis 4 Euro, Ermäßigung für StudentInnen, SeniorInnen, SchülerInnen und Gruppen). (Schluss) swb

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