Bruno-Kreisky-Preis an Ruth Klüger und Milo Dor

Wien (SK) "Angesichts der Verniedlichung von früheren Untaten und dem Werben mit Fremdenhassparolen heutiger politischer Parteien ist es wichtig, dass Ruth Klüger und Milo Dor den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch erhalten", erklärte der Vorsitzende der Jury des Bruno-Kreisky-Preises, SPÖ-EU-Delegationsleiter Hannes Swoboda am Montag in einem Pressegespräch mit den beiden Preisträgern. Der Kreisky-Preis ist eine Auszeichnung für das politische Buch, hierbei ist das politische Bewusstsein der Aufklärung und der Überwindung von Fremden- und Rassenhass ausschlaggebend, denn die Sozialdemokratie wolle immer den Fortschritt in der Gesellschaft suchen, so Swoboda.****

"Beide Autoren setzen sich permanent mit Tendenzen auseinander, die zu Ungleichheit und Unterdrückung führen, sowie mit dem nationalsozialistisch durchdrungenen Einfluss von Fremden- und Rassenhass, den beide erlebt haben", betonte Swoboda. Wichtig ist die Preisverleihung auch angesichts der Tatsache, dass immer mehr rechtspopulistische Parteien in Europa Erfolg mit rassistischen Parolen haben. Swoboda wies darauf hin, dass etwa in den Niederlanden eine rechtsextreme Partei, die mit Fremdenhass agiert, möglicherweise als stärkste Kraft aus den bevorstehenden Wahlen hervorgehe.

Ruth Klüger wies auf ihr ambivalentes Verhältnis zu Wien hin. Klüger hatte hier ihre Kindheit verbracht und wurde in der Zeit der Nationalsozialisten gefangengenommen und deportiert. Trotz Emigration in die USA habe sie sich immer mit der deutschen Sprache beschäftigt, die bestehende Spannung zwischen ihr, der deutschen Sprache und Wien habe sich zu einer fruchtbaren Beziehung entwickelt, sagte Klüger.

Milo Dor, in Belgrad aufgewachsen und nach Wien vertrieben, wies auf seine publizistische Tätigkeit seit Jugendtagen hin. Auch er setzt sich wie Klüger in seinen Büchern mit der Frage des Vertreibens auseinander. Insbesonders beschäftigt habe er sich mit dem Zerfall Jugoslawiens, den er wie das Aufkommen des Nationalismus schon vorher gesehen und in seinen publizistischen Werken angesprochen habe, so Dor. (Schluss) sl

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