AK-Präsident Wipplinger: Unternehmen sind zunehmend auf ältere Arbeitnehmer angewiesen - Magistrat Steyr als Vorbild

Linz (AKO) Einen "Abschied vom Jugendkult" in den Unternehmen forderte AK-Präsident Wipplinger heute bei einer Pressekonferenz in Linz. Schon in wenigen Jahren werden die älteren Arbeitnehmer die größte Gruppe unter den Erwerbstätigen bilden. "Heimische Unternehmen werden in Zukunft besondere Anstrengungen unternehmen müssen, um die Arbeitnehmer/-innen so lange wie möglich in ihren Betrieben zu halten", sagte der AK-Präsident.

Das Durchschnittsalter der Erwerbstätigen steigt in den nächsten Jahren rapid an. Spätestens 2020 werden die über 45-Jährigen mit mehr als 37 Prozent die größte Gruppe unter den Arbeitnehmern bilden. Österreichweit wird die Zahl der unter 40-Jährigen Beschäftigten bis 2005 um rund 57.000 sinken, jene der über 40-Jährigen hingegen um runde 83.500 zunehmen.

In krassem Gegensatz dazu steht die aktuelle Personalpolitik der Unternehmen. Eine IFES-Befragung im Auftrag der AK hat gezeigt, dass die meisten Bewerbungen älterer Arbeitsloser deshalb negativ ausgehen, weil sie entweder als zu alt oder gesundheitlich nicht mehr genug belastbar eingeschätzt werden.

Die Folge: In Oberösterreich waren Ende März 2002 von den 28.706 Arbeitslosen 4.494 älter als 50 Jahre. Das sind um fast 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Fast 16,3 Prozent von ihnen sind bereits länger als sechs Monate arbeitslos. Und die Vormerkdauer steigt mit zunehmendem Alter markant an.

Aus Sicht der Arbeiterkammer ist dringend ein langfristiger Paradigmenwechsel in der Organisation, der betrieblichen Führung und der Personalpolitik der Unternehmen nötig. Ziel muss es sein, Arbeitnehmer/-innen so lange wie möglich in ihren Betrieben zu halten.

Zu den wichtigsten Eckpunkten einer solchen Personalpolitik zählen aus Sicht der Arbeiterkammer Oberösterreich:

eine ausgewogene Altersstruktur im Unternehmen,
die kontinuierliche innerbetriebliche Weiterbildung der Beschäftigten,

der sogenannte Wissenstransfer zwischen Jung und Alt,
die Entwicklung altersgerechter/altersgemischter Beschäftigungsfelder und Arbeitsbedingungen

und die Entwicklung vorbeugender Maßnahmen zur Sicherung des Gesundheitszustandes der Mitarbeiter/-innen.

Als positives Beispiel nannte Wipplinger die Stadt Steyr, die sich als erster Arbeitgeber freiwillig bereit erklärt hat, Frauen ab 40 und Männer ab 45 bei Neueinstellungen zu mindestens 20 Prozent zu berücksichtigen. Mit 26 Prozent lag der Anteil der Älteren unter den neuen Magistratsmitarbeiter/-innen in den letzten drei Jahren sogar deutlich über der Selbstverpflichtung.

"Und die Erfahrungen zeigen, dass ältere Arbeitnehmer im Gemeindedienst bleiben wollen und sowohl bei Krankenständen wie auch bei der Arbeitsleistung ohne weiteres mit jüngerer Konkurrenz mithalten können", sagte dazu der zuständige Personalstadtrat Ing. Dieter Spanring.

Rückfragen & Kontakt:

Kommunikation
Dr. Walter Sturm
Tel.: (0732) 6906-2192
mailto: sturm.w@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

Arbeiterkammer Oberösterreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO/AKO